Paten für Starthilfe im Thurgau

Unter Federführung der IHK Thurgau wird Mitte Februar der Verein Startnetzwerk gegründet, der Jungunternehmen helfen will, am Markt zu bestehen. Mit an Bord sind die TKB, der Gewerbeverband und das Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Stefan Borkert
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Feilen am Jungunternehmerkonzept: IHK-Präsident Christian Neuweiler, Unternehmer Daniel Hauri und IHK-Direktor Peter Maag (v. l.). (Bild: Donato Caspari)

Feilen am Jungunternehmerkonzept: IHK-Präsident Christian Neuweiler, Unternehmer Daniel Hauri und IHK-Direktor Peter Maag (v. l.). (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. Rückblende: Just im zehnten Jahr seines Bestehens ist das Gründungszentrum Start in Frauenfeld geschlossen worden. Heute ist die Homepage verwaist. Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) reagierte damals rasch und gründetet einen Jungunternehmer-Desk. Bei der Thurgauer Industrie- und Handelskammer (IHK) schritt man ebenfalls zur Tat. «»Wir sind der Überzeugung, dass das Thema Jungunternehmen bei der IHK richtig angesiedelt ist», sagt deren Präsident Christian Neuweiler.

Etwas Eigenes machen

Bislang gab es schon ein Coaching, das aber nicht speziell für Jungunternehmen ausgelegt war. «Wir haben uns entschieden, für den Thurgau etwas Eigenes zu machen, etwas anderes auch, als es die umliegenden Ostschweizer Kantone tun», fährt Neuweiler fort. Als der Entschluss gefallen war, ging alles sehr rasch. Im November 2012 setzte man sich mit dem Thurgauer Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA), speziell der Wirtschaftsförderung, zusammen. Gleiches galt für die TKB und den Thurgauer Gewerbeverband. Somit waren alle relevanten Institutionen ins Boot geholt. Am 12. Februar wird unter dem Titel «Startnetzwerk Thurgau» ein Verein aus der Taufe gehoben, der das Ziel hat, Jungunternehmen und Start-ups in den Thurgau zu holen und auch zu begleiten.

Daniel Hauri, der das Projekt bei der IHK federführend betreut, sagt, dass man sich informiert habe darüber, wie man Start-ups begleiten könne. Dazu wurden die die Chefs von Projekten wie dem Technopark Winterthur oder auch EVA Basel konsultiert. Christian Neuweiler sagt, dass man sich dann für eine Art Patensystem entschieden habe. Das lehne sich etwas an das schon bestehende Coaching der IHK an. Und Peter Maag, Direktor der IHK Thurgau, erläutert, dass man über ein grosses Netzwerk verfüge und so einem Jungunternehmen auch Paten aus dessen Branche zur Seite stellen könne. Es gehe darum, eine schlanke, einfache und direkte Struktur herzustellen und zusätzlich eine persönliche Betreuung, ergänzt Daniel Hauri. «Wir wollen Starthilfe hier vor Ort anbieten», sagt Christian Neuweiler.

Know-how bündeln

Im Thurgau bestehen für Start-up-Unternehmen bereits einige Angebote. Das bestehende Angebot wolle man bündeln und koordinieren, sagt Neuweiler. «Wir wollen ein niederschwelliges Netzwerk für ein Jungunternehmertum im Thurgau aufbauen, betreiben und pflegen», fährt Daniel Hauri fort. Dazu brauche es auch eine höchstmögliche kantonale Koordination der Aktivitäten im Bereich der Jungunternehmensförderung.

Und das Projekt ist langfristig ausgelegt. Die Fäden laufen zunächst bei der Direktion der IHK zusammen. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für Anfragen.

Bei der Thurgauer Regierung ist die Idee der IHK bereits auf offene Ohren gestossen, und der Verein wird wohl einen Leistungsauftrag fassen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Kosten in einem bescheidenen Rahmen halten. Anschubfinanzierungen wird der Verein nicht übernehmen, wohl aber Kontakte zu Investoren oder Business Angels vermitteln, die bereit sind Kapital zu investieren. Im Bereich Finanzierung wäre beispielsweise auch die TKB der adäquate Ansprechpartner. Geht es um die Standortsuche, kommt das AWA mit der Wirtschaftsförderung ins Spiel.

Kurze Wege

Als Unternehmer verfüge man über Erfahrungen, die man weitergeben könne. Unternehmer müssten am Puls der Zeit sein. Und das bedeute auch, dass der Kanton für Start-ups lukrativ sein müsse. Für Neuweiler gehören dazu auch kurze Wege und kurze Bearbeitungszeiten im Zusammenspiel mit Behörden. Interessenten sollten sofort spüren, dass es im Thurgau rasch und professionell zugehe, sagt er. Davon profitiere der Kanton, und davon würden auch die Gemeinden profitieren. Neben Gönnern und Sponsoren sollen deshalb auch möglichst viele Städte und Gemeinden Mitglied im neuen Verein werden.