Paris kippt Diesel-Vorteil

PARIS. Der VW-Abgasskandal sei «der Anfang vom Ende des Diesels», hatte das Analysehaus Bernstein in Paris im September vorhergesagt. Es hatte recht: Nun hat die französische Regierung die Abkehr vom «tout gazole», dass heisst der «Nur-Diesel-Politik» eingeläutet.

Stefan Brändle
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PARIS. Der VW-Abgasskandal sei «der Anfang vom Ende des Diesels», hatte das Analysehaus Bernstein in Paris im September vorhergesagt. Es hatte recht: Nun hat die französische Regierung die Abkehr vom «tout gazole», dass heisst der «Nur-Diesel-Politik» eingeläutet. Dieser Treibstoff wird ab 2016 über die Anhebung der nationalen Treibstoffsteuer um einen Cent verteuert, 2017 um einen weiteren. Die Abgabe auf Normal- und Superbenzin wird gleichzeitig um einen Cent pro Jahr gesenkt. Die Erhöhung klingt bescheiden, stellt aber für Frankreich einen Kurswechsel dar, der Auswirkungen auf die nationale Dieselindustrie und ihre 50 000 direkten und indirekten Stellen haben wird.

In Frankreich ist die Dieseltechnologie laut «Le Figaro» der «Eckstein der gesamten Automobilindustrie». Französische Produzenten sind heute global führend, auch dank der PSA-Motorenfabrik (Peugeot und Citroën). Wie beim Nuklearkurs war es ein politischer Entscheid Frankreichs gewesen, Diesel zu fördern. Politisch hatte der Wind in Frankreich aber seit langem gekehrt. Die sozialistische Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, will Dieselmotoren bis 2020 ganz aus der Stadt verbannen.

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