Panik an Chinas Börsen lässt Kurse einbrechen

Chinas Zentralbank will nicht mehr Finanzfeuerwehr spielen. Die neuen Töne der Notenbanker kommen als Schock für den Aktienmarkt.

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PEKING. Chinas Aktienmärkte haben den schwersten Absturz seit fast vier Jahren erlebt. Ursache ist die Weigerung der Zentralbank, neues Geld in den Markt zu pumpen. Die Notenbanker wiesen die Sorgen über eine Kreditklemme zurück und betonten vielmehr, die Liquidität sei auf einem «vernünftigen Niveau». Ausserdem rief die Zentralbank die Banken auf, ihre Zahlungsfähigkeit besser zu steuern und auf Kreditrisiken zu achten. Die Zentralbank beharrte auf ihrem Kurs, mehr Disziplin in den Finanzmarkt zu bringen, der durch massive Kreditvergabe auch im boomenden Schattenbankensystem Risiken angesammelt hat.

Die Verunsicherung liess den Composite Index an der Börse in Shanghai um 5,3% auf 1963 Punkte in den Keller fallen. Es ist der tiefste Stand seit fast sieben Monaten. In Shenzhen ging es sogar um 6,73% auf 7588 Punkte nach unten. Die Instabilität des Finanzmarktes hat generell Sorgen über den Zustand von Chinas Volkswirtschaft geweckt. Analysten von Goldman Sachs etwa reduzierten ihre Konjunkturprognose für das Land von 7,8% auf 7,4% Wachstum im laufenden Jahr. (dpa)