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Panalpina-Verkauf: Die Ernst-Göhner-Stiftung durchkreuzt die Pläne von DSV

Die Zuger Ernst-Göhner-Stiftung geht nicht auf das Kaufangebot von DSV für Panalpina ein. Die Hauptaktionärin von Panalpina ist aber grundsätzlich offen für einen Verkauf des Basler Logistikkonzerns.
Philipp Felber und Daniel Zulauf
Eine Boeing 747 von Panalpina am internationalen Flughafen in Hongkong. (Bild: Philip Yip/Panalpina (19. Dezember 2018))

Eine Boeing 747 von Panalpina am internationalen Flughafen in Hongkong. (Bild: Philip Yip/Panalpina (19. Dezember 2018))

Die Ernst-Göhner-Stiftung mit Sitz in Zug hielt sich bis zuletzt zurück. Nun erteilt sie den Avancen der dänischen DSV eine Abfuhr in ­Sachen Panalpina. Dies teilte das Logistik-Unternehmen in einem knappen Communiqué mit. Der Konkurrent DSV hatte im Januar ein Übernahmeangebot für Panalpina über rund 4 Milliarden Franken präsentiert. Die Firma hat dabei die Rechnung, zumindest vorerst, ohne den Wirt gemacht.

Der Wirt ist in diesem Fall die Ernst-Göhner-Stiftung. Sie hält 46 Prozent der Aktien an Panalpina. Und ist damit mit Abstand der grösste Aktionär beim Logistikkonzern. 2018 hatte die zweitgrösste Aktionärin, die aktivistische Cevian, Verwaltungsratspräsident Peter Ulber zum Rücktritt aufgefordert. Die Stiftung reagierte: Ulber werde nicht mehr als Präsident zur Verfügung stehen, der Posten soll an ein Nicht-Stiftungs-Mitglied gehen.

Ulber soll Verwaltungsrat bleiben

Der Rückzug von Ulber als Präsident des Verwaltungsrats ist kein genereller Abschied. Ulber soll im Verwaltungsrat bleiben, sagt Thomas Gutzwiller gegenüber unserer Zeitung. «Ulber hat die Strategie von Panalpina stark mitgeprägt, und die Stiftung steht voll und ganz hinter seiner Arbeit», sagt Thomas Gutzwiller. Gutzwiller, Verwaltungsratspräsident der St. Galler Kantonalbank, präsidiert den Panalpina-Ausschuss bei der Ernst-Göhner-Stiftung zusammen mit Christoph Franz von Roche und Giacomo Balzarini von der Immobiliengesellschaft PSP. Ulber werde als einer von zwei Vertretern der Stiftung im Gremium verbleiben. Gutzwiller sagt, dass Panalpina in den letzten Jahren 250 bis 300 Millionen Franken in die Entwicklung einer modernen Prozess- und IT-Plattform investiert habe. «Die Stiftung hat diese grossen Investitionen voll mitgetragen und will jetzt auch die Früchte ernten.» Zudem sagt Gutz­willer, dass Panalpina mit ihrer eigenen Konsolidierungsstrategie mehr Werte für die Aktionäre, die Mitarbeiter und die Kunden schaffen könne als mit einem Verkauf an DSV. Die Stiftung unterstütze die Strategie des Verwaltungsrats, eigenständig zu bleiben.

Für die Stiftung ist die Beteiligung bei Panalpina wegen der ausgeschütteten Dividenden interessant. Diese waren in der Vergangenheit nicht immer vom Gewinn gedeckt. Die Dividenden machen einen Teil der Stiftungseinnahmen aus. Wie gross der Anteil ist, ist unklar. Die «Finanz und Wirtschaft» geht von einem Drittel aus. Und schliesst daraus, dass die Stiftung nicht auf das Geld von Panalpina angewiesen ist. Gutzwiller: «Die Stiftung ist gross und hat ein breites Aktivitätsfeld. So gesehen, wäre es unverantwortlich, wenn sie sich in ihrer ganzen Vergabepolitik auf eine einzelne Beteiligung abstützen würde.» Das heisst also auch, dass ein Abschied bei Panalpina möglich wäre. Zwischen DSV und der Stiftung habe im Vorfeld kein Austausch stattgefunden, sagte Gutzwiller gegenüber der NZZ.

Nicht ohne die Stiftung

Mit der Absage an DSV hat die Ernst-Göhner-Stiftung die Fronten geklärt: Ohne sie ist ein Verhandeln mit Panalpina nicht möglich. Die Stiftung stellt sich nicht grundsätzlich gegen eine Übernahme. «Bei allfälligen Transaktionen im Rahmen der Umsetzung der Strategie sind wir auch bereit, unseren Anteil zu reduzieren», sagt Gutzwiller.

Ein Knackpunkt wird sein, auch die Mitsprache von Aktionären anders zu organisieren. Heute gilt eine Stimmrechtsbeschränkung von 5 Prozent, ausser für die Ernst-Göhner-Stiftung. Diese Bestimmung müsste angepasst werden, um sich wirklich zu öffnen.

Cevian wollte die Reaktion der Stiftung nicht kommentieren. DSV teilte mit, dass man sich eventuell in einer Mitteilung äussert. Dies ist bis Redaktionsschluss nicht passiert. Ein vertieftes Statement des Verwaltungsrats von Panalpina steht ebenfalls noch aus. Der Verwaltungsrat von Panalpina prüfe den Antrag gemäss seinen treuhänderischen Pflichten. Es werde gegebenenfalls eine weitere Ankündigung erfolgen, schreibt eine Sprecherin.

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