Ostschweizer Wirtschaft nimmt Fahrt auf

Die Auftragsbücher unserer Industrie beginnen sich zu füllen, die Bautätigkeit zieht sachte an. Aber noch ist nicht alles in Butter.

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Das Wachstum der Weltwirtschaft nimmt zu und damit verbunden auch die Auslandnachfrage nach Produkten der Ostschweizer Industrie. Auch die Bautätigkeit ist leicht gestiegen. Im Detailhandel hinkt die Ostschweiz zwar der landesweiten Entwicklung etwas nach, aber immerhin hat sich im laufenden 2. Quartal die Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal stabi­lisiert, und für das kommende Quartal rechnen auch die Ostschweizer Detaillisten mit einem leichten Umsatzplus.

Kurzum: Wie Ökonom Peter Eisenhut von der St. Galler Be­ra­tungsfirma Ecopol in seiner jüngsten Analyse schreibt, hat sich der Geschäftsgang der Ostschweizer Wirtschaft im 2. Quartal verbessert, und der Ausblick betreffend Umsatzerwartungen ist stabil (siehe Grafik). Diese Kombination hat den Ostschweizer Konjunkturindex ansteigen lassen. «Zum Start des zweiten Quartals hat sich die Drehzahl des Konjunkturmotors in der Ostschweiz erhöht», schreibt Eisenhut und: «Der Ostschweizer Konjunkturmotor brummt.»

Maschinenbau an vorderster Front

Neben dem «Frühling in der Bauwirtschaft» gewinne die Industrie an Stärke. So habe die Handelsbilanz der Kantone St. Gallen und beider Appenzell im 1. Quartal mit einem Rekordüberschuss geschlossen. Der Frankenschock sei «mehrheitlich überwunden». Zu erkennen seien dessen Spuren noch im Auftragsbestand, der von jeder vierten Firma als zu klein beurteilt wird. «Noch nicht richtig angekommen» sei der Aufschwung bei kleinen Indus­triebetrieben mit maximal 50 Beschäftigten. Am stärksten spürbar sei der Aufschwung in der Maschinenindustrie. Auch im Metallbau, in der Elektrotechnik, der Kunststoff- und Chemiebranche verdichteten sich Signale ei­ner Er­holung. Die Papier-, Druck- und Verlagsindustrie hingegen scheine «im Abwärtstrend gefangen zu sein». Insgesamt aber ist laut Eisenhut der Ausblick der Ostschweizer Industrie auf die nächsten Monate zuversichtlich.

Thomas Griesser Kym