OSTSCHWEIZER WIRTSCHAFT: Migros Ostschweiz mit leicht höherem Umsatz - aber tieferem Gewinn

Die Migros Ostschweiz hat 2016 den Umsatz leicht steigern können. Wegen umfangreicher Investitionen, aber auch wegen Preissenkungen, gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Gewinnrückgang. Erstmals wird eine Stagnation beim Einkaufstourismus beobachtet.

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Die Migros Ostschweiz beschäftigt knapp 10'000 Mitarbeitende. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Die Migros Ostschweiz beschäftigt knapp 10'000 Mitarbeitende. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Die Migros Ostschweiz erzielte 2016 einen Umsatz von 2,38 Mrd. Franken. Dies entspricht einem Wachstum um 0,2 Prozent. Der Ebit nahm hingegen um 6,9 Mio. Franken auf noch 67,3 Mio. Franken ab, der Gewinn reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Mio. Franken und liegt bei 53,7 Mio. Franken.

An der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag in Thal sprach Finanzchef Felix Hofstetter von einem «soliden Jahresabschluss». Das Wachstum wirke auf den ersten Blick moderat. Mengenmässig sei der Umsatz aber um 0,8 Prozent gewachsen. Ausgewirkt hätten sich Vergünstigungen im Sortiment. Diese betrafen in erster Linie die Fachmärkte mit um vier Prozent tieferen Preisen und dort vor allem die Sparte Elektronik.

Auf Expansionskurs
Ein weiterer Grund für das Ergebnis sind die hohen Investitionen von 194 Mio. Franken. «Wir befinden uns in einer sehr expansiven Phase», erklärte Geschäftsleiter Peter Diethelm. Die Migros Ostschweiz habe in ihrer Geschichte noch in keinem Jahr so viele Filialen eröffnet wie 2016. Unter anderem starteten sechs Chickeria-Gastrobetriebe. Das Format sei in der Ostschweiz entwickelt und ausgetestet worden.

Zudem wurde um- und ausgebaut: So kostete die letzte Sanierungsphase des Säntisparks in Abtwil - unter anderem mit einem neuen Rutschbahnsystem - knapp 50 Mio. Franken. Generell werde das Filialnetz verdichtet. Man wolle «näher zu den Leuten».

Einkaufstourismus stagniert
2016 habe der Einkaufstourismus erstmals seit längerem stagniert - allerdings auf hohem Niveau. Das zeigte der Umsatzvergleich zwischen grenznahen und anderen Migrosfilialen.

Mit der Expansion erhöhte sich auch der Personalbestand: Die Migros Ostschweiz beschäftigte Ende 2016 knapp 10'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies entspricht 6146 Vollzeitstellen - rund 140 mehr als 2015.

2017 stünden weitere Grossinvestitionen an, kündigte Diethelm an. Unter anderem sollen in Winterthur, St. Gallen, Hinwil und Zürich vier weitere Chickerias angeboten werden. In Winterthur wird Ende März im Kesselhaus ein neuer Fachmarkt «Bike World by SportXX» eröffnet.

Bisher habe der Detailhandel vom starken Bevölkerungswachstum profitiert, hiess es an der Medienorientierung. Allerdings sei die Konsumentenstimmung anfangs 2017 «unter Druck». Vor allem wegen geplanten Umbauten, die auch vorübergehende Schliessungen bedingen, erwartet das Unternehmen eine «eher verhaltene Umsatz- und Ertragsentwicklung».

Zum Gebiet der Migros Ostschweiz gehören die Kantone Appenzell Ausser- und Innerrhoden, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, der nördliche und östliche Teil des Kantons Zürich sowie das Fürstentum Liechtenstein. (sda)