Ostschweizer Unternehmer sind mutiger +++ Coronakrise ist nicht die Zeit für Jungunternehmer

Der Lockdown verdirbt die Lust am Firmengründen. In der Ostschweiz ging die Zahl «nur» um 30 Prozent zurück.

Stefan Borkert
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In den Handelsregistern werden derzeit weniger neue Firmen eingetragen.

In den Handelsregistern werden derzeit weniger neue Firmen eingetragen.

Christian Beutler / KEYSTONE

Ein neues Unternehmen aufmachen, investieren und innovative Produkte oder Dienstleistungen anbieten, das ist aktuell schwer aus der Mode gekommen. Schweizweit sind 38 Prozent weniger Firmen gegründet worden. In der Ostschweiz ist man wohl etwas mutiger, hier ging die Zahl um etwa 30 Prozent zurück. Ausreisser fanden sich allerdings in beiden Appenzell. Heidi Hug vom Zürcher Informationsdienstleister Crif AG erklärt: « Dazu kann man sagen, dass die Ostschweizer Kantone weniger stark betroffen sind vom Rückgang der Firmengründungen. Die Kantone Thurgau (minus 30 Prozent) und St.Gallen (minus 31 Prozent) liegen unter dem Schweizer Mittel.» Hingegen seien bei den kleinen Kantonen Appenzell Innerrhoden mit minus 74 Prozent und Appenzell Ausserrhoden mit 41Prozent weniger, die Rückgänge grösser. «Dies hat aber auch damit zu tun, dass diese Kantone generell weniger Firmengründungen aufweisen und dass sich ein Rückgang hier überproportional auswirkt gegenüber Kantonen mit mehr Firmengründungen», gibt Hug zu Bedenken.

Kunst- und Unterhaltung besonders rückläufig

Crif hat sämtliche Firmen erhoben, welche im Zeitraum vom 18.März bis 14.April 2020 neu ins Handelsregister eingetragen wurden. Diese Zahlen wurden mit der Vorjahresperiode vom 18.März bis 14.April 2019 verglichen. Nach dem Lockdown gingen die Firmengründungen in der Schweiz demnach um 38Prozent zurück. Insgesamt seien in der Schweiz 2143 Firmen gegründet worden, so Hug. Im Tessin wurden 63 Prozent weniger Firmen gegründet und mehrere Westschweizer Kantone verzeichnen Rückgänge von mehr als 50 Prozent. Bei den Branchen gab es im Bereich Kunst und Unterhaltung das grösste Minus mit 51 Prozent.

Laut der Untersuchung sind demnach die Zahlen in den Kantonen mit anzahlmässig vielen Firmen und Firmenneugründungen stark rückläufig: Bern (-44 Prozent), Waadt (-40), Zürich (-32) und Zug (-31). Das kleinste Minus weist der Kanton Schwyz mit 16 Prozent auf.