Kommunikation
Galledia übernimmt Eventbereich der Freicom

27 Jahre nach der Gründung seiner Kommunikationsagentur will Reinhard Frei kürzertreten. Er übergibt den Eventbereich seiner Freicom an das Ostschweizer Medienhaus Galledia. Die Tagungen seien seine «Kinder», sagt Frei – sie sollen weiterleben. Zum Eventteam, dass nun zu Galledia wechselt, gehört auch seine Tochter Alexandra Vorburger-Frei.

Kaspar Enz
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Die Freicom etablierte sich nicht zuletzt mit Tagungen wie dem Rheintaler Wirtschaftsforum.

Die Freicom etablierte sich nicht zuletzt mit Tagungen wie dem Rheintaler Wirtschaftsforum.

Bild: Ralph Ribi

Als Reinhard Frei sich 1993 dafür entschied, sich selbstständig zu machen, war die Ostschweizer Kommunikationsbranche noch recht überschaubar. «Es gab damals zwei prägende Agenturen», erinnert er sich. Als prägend kann er die Freicom AG, wie seine Agentur nun heisst, heute guten Gewissens bezeichnen. Und daran, dass die Ostschweizer PR- und Kommunikationsbranche unterdessen gute drei Dutzend Agenturen zählt, ist die Freicom nicht ganz unschuldig. Gut 15 neue Agenturen haben seine ehemaligen Mitarbeiter gegründet.

Frei übergibt und bleibt

Doch wie für jeden Unternehmer stellt sich auch für Reinhard Frei nach rund 27 Jahren die Frage nach der Nachfolge. Weder eine interne noch eine familiäre Lösung hätte sich abgezeichnet, sagt der Rheintaler. Die Lösung präsentiert er per Videokonferenz: Die Ostschweizer Mediengruppe Galledia übernimmt den Eventbereich der Freicom samt den Mitarbeitenden. Auch Frei selber wird in einem Teilzeitpensum weiterhin für die neue Galledia Event AG als Geschäftsführer tätig sein. Seine Tochter Alexandra Vorburger-Frei wird seine Stellvertreterin.

Reinhard Frei

Reinhard Frei

Daneben wird Reinhard Frei weiter als Kommunikationsberater tätig sein. Er und seine Frau und Mitinhaberin der Freicom, Ruth Frei, freuten sich zwar auf die eine oder andere Wanderung oder einen Besuch auf dem Golfplatz. «Aber ich arbeite immer noch gerne», sagt Frei. Mandate wie diejenigen für Micarna, die internationale Rheinregulierung Rhesi oder die Sportwelt Gossau werde er mit zwei neuen Partnern und Freelancern weiter betreuen.

Das seien zwar alles interessante Aufgaben. Aber wenn sie eines Tages jemand anderes übernehme, sei das nicht tragisch, meint Frei. Anders sei das bei den Veranstaltungen, Unternehmertagungen wie den Rheintaler, Thrugauer und Südostschweizer Wirtschaftsforen oder dem Ostschweizer Personaltag. «Das sind sozusagen meine Kinder. Mir liegt es am Herzen, dass diese weiter bestehen.»

Schon bald nach der Gründung des Unternehmens übernahm Reinhard Frei die Organisation der Rheintaler Messe Rhema. Das erste Rheintaler Wirtschaftsforum fand 1995 statt. Schon früh also waren diese Events ein wichtiger Geschäftsbereich seines Unternehmens. Das habe in den letzten Jahren eher noch zugenommen – zumindest bis vor einem Jahr die Coronapandemie die Schweiz erreichte.

Nach Corona gibt's Nachholbedarf

Doch auch die geht eines Tages vorüber. «Die Leute haben schon Sehnsucht, sich wieder zu treffen», sagt Urs Schneider, Verwaltungsratspräsident der Galledia, unter deren Obhut sich Freis Events nun begeben. Sie war nicht die einzige mögliche Käuferin, sagt Frei, auch andere Ostschweizer Agenturen hätten angeklopft. Dass die Galledia den Zuschlag erhielt, hat aber nicht nur damit zu tun, dass der Hauptsitz der Galledia im Rheintal liegt.

v. l. n. r.: Galledia-CEO Daniel Ettlinger, Verwaltungsratspräsident Urs Schneider, Ruth und Reinhard Frei, Alexandra Vorburger-Frei.

v. l. n. r.: Galledia-CEO Daniel Ettlinger, Verwaltungsratspräsident Urs Schneider, Ruth und Reinhard Frei, Alexandra Vorburger-Frei.

Bild: PD

Die Galledia verlegt etliche Fachmagazine, auch im Managementbereich. Das sei eine gute Basis für die Weiterentwicklung von Fach- und Managementtagungen. Ausserdem habe die Galledia angeboten, das ganze Team zu übernehmen.

Bei der Galledia komme dieses wie gerufen, sagt CEO Daniel Ettlinger. Auch bei der Galledia nimmt die Bedeutung der Events zu. Und damit auch der Arbeitsaufwand. «Manchmal fehlen die Ressourcen dann anderswo», sagt er in der Videokonferenz. Deshalb freue er sich, nicht nur auf die etablierten Veranstaltungen, sondern auch auf kompetente neue Mitarbeitende.