Industrie
Rheintaler Plaston-Gruppe ist in die roten Zahlen gerutscht

Ein Umsatzrückgang und steigende Kosten für Materialien, Komponenten und Energie haben der Widnauer Plaston-Gruppe ein Semester mit Verlust eingebrockt. Für die kommenden Jahre aber zeigt sich das Topmanagement zuversichtlich.

Thomas Griesser Kym
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Werkzeugkoffer von Plaston für Unternehmen wie Hilti oder Geberit. Pro Jahr werden über vier Millionen Koffer hergestellt.

Werkzeugkoffer von Plaston für Unternehmen wie Hilti oder Geberit. Pro Jahr werden über vier Millionen Koffer hergestellt.

Bild: PD

Im ersten Semester des Geschäftsjahrs 2020/21 (per Ende September) hatten die Zahlen der Widnauer Plaston-Gruppe noch nach oben gezeigt: Umsatz 52,4 Millionen Franken (+31 Prozent), Betriebsergebnis 3,1 Millionen nach 2 Millionen in der Vorjahresperiode, Halbjahresgewinn 2,1 Millionen nach 0,9 Millionen.

Doch nun hat der Wind gedreht: Im ersten Semester 2021/22 ist das Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich steht ein Verlust von 1,2 Millionen Franken, und auf operativer Ebene resultiert ein negatives Betriebsergebnis von 0,9 Millionen Franken, was im Vorjahresvergleich einer Verschlechterung um 4 Millionen gleichkommt. Auf einem Umsatz von 46,3 Millionen Franken (–11,5 Prozent) bedeutet dies, dass die operative Marge von 6,2 Prozent auf –2,1 Prozent gefallen ist – ein «unbefriedigender» Wert, wie das Unternehmen laut einem Artikel des Blogs schweizeraktien.net im Semesterbericht schreibt.

Der Kunststoffverarbeiter, bekannt unter anderem für seine roten Hilti-Werkzeugkoffer, macht für die Einbussen die schwierige Wirtschaftslage mit inflationären Preisen sowie Herausforderungen an den Beschaffungsmärkten und in der Energieversorgung geltend, aber auch weiterhin negative Einflüsse durch Covid-19 in China. Die Lieferbereitschaft sei aber jederzeit aufrechterhalten worden.

Aufbau neuer Märkte und Kunden

Die Gruppe, deren nicht kotierte Aktien ausserbörslich auf OTC-X gehandelt werden, ist mit weltweit rund 400 Mitarbeitenden in zwei Geschäftsfeldern aktiv. Das grössere Plaston-Geschäft mit Kunststoffverpackungen und technischen Teilen zeigt einen Umsatzrückgang um 4,2 Prozent auf 36,1 Millionen Franken, wobei einem Plus von 8,8 Prozent in der Schweiz Abnahmen an den zwei ausländischen Standorten in Tschechien und China gegenüberstehen.

Das Boneco-Geschäft mit Luftbehandlungsgeräten, das während der Pandemie kräftig gewachsen war, musste in allen Regionen – Europa, Nordamerika und China – Rückgänge hinnehmen. Insgesamt fielen die Verkäufe um gut 30 Prozent auf 10,2 Millionen Franken. Auf einen Einbruch der Marge habe Boneco unter anderem mit einer Erhöhung der Verkaufspreise reagiert. Im laufenden zweiten Semester solle sich die Marge normalisieren.

Für das Gesamtjahr 2021/22 (per Ende März) sei keine verlässliche Ergebnisprognose möglich, heisst es weiter im Semesterbericht. In einem Gespräch auf schweizeraktien.net sagten Plaston-Chef Alexander Gapp und Finanzchef Hansruedi Lanker jedoch, «wir sind für die kommenden Jahre sehr zuversichtlich». Die Gruppe baue für alle Werke neue Märkte und Kunden auf.