Industrie

Coronakrise: Zwei Drittel der Industriebetriebe will weniger investieren

Der Swiss Manufacturing Survey des Instituts für Technologiemanagement an der HSG zeigt: Die Coronakrise dürfte Spuren hinterlassen.

Kaspar Enz
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Der Swiss Manufacturing Survey fühlte dem Werkplatz Schweiz auf den Zahn.

Der Swiss Manufacturing Survey fühlte dem Werkplatz Schweiz auf den Zahn.

Bild: ky/Christian Beutler

Bereits zum vierten Mal wurden 200 Schweizer Unternehmen verschiedener Grösse und aus 20 Industriebranchen für den Swiss Manufacturing Survey befragt. Wegen der besonderen Lage interessierten sich die Forscher des Instituts für Technologiemanagement der Universität St.Gallen (ITEM-HSG) auch dafür, wie die Unternehmen die Coronakrise erlebten, und wie sie darauf reagierten.

Für die Unternehmen fiel danach vor allem der Wegfall von Aufträgen ins Gewicht. Auch Störungen in den Lieferketten, Hindernisse beim Verkauf an die Kunden oder der Ausfall von Personal spürten die Unternehmen. Weniger stark erlebten sie das Fehlen der Liquidität. Die Massnahmen des Bundes zur Eindämmung der Pandemie wird von den meisten Unternehmen als gut eingeschätzt. Durchwegs bewerten sie diese höher als die Reaktionen in Europa oder Amerika. Allerdings wurde die Befragung im Sommer durchgeführt.

Kurzarbeit wurde stark genutzt

Die Schweizer Unternehmen haben zudem stark die Kurzarbeit in Anspruch genommen. Rund ein Viertel der Unternehmen war zeitweise in Kurzarbeit. Die Unternehmen haben aber auch auf andere Massnahmen zur Kapazitätsanpassung gegriffen. Viele haben Überstunden und Ferien abgebaut. Ebenfalls häufig wurde auf Neueinstellungen verzichtet, auch Temporärkräfte wurden abgebaut. Zu einem eigentlichen Personalabbau kam es nur in wenigen Betrieben. Hingegen wollen rund zwei Drittel der Unternehmen im kommenden Jahr weniger investieren als geplant.

Gefragt wurde auch nach geeigneten Massnahmen für die Industrie. Die meisten sprachen sich für unbürokratische finanzielle Hilfe aus. Etwas über 10 Prozent sprachen sich für ein allgemeines Konjunkturpaket aus. Auch Steuererleichterungen wurden genannt. (ken)