Halbleiterkrise
Rheintaler VAT Group profitiert vom Boom der Chiphersteller und erzielt Rekordwerte

Hochleistungsvakuumventile werden für Maschinen benötigt, die Halbleiter produzieren. VAT ist hier ganz vorne dabei.

Stefan Borkert
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VAT Group stellt Hightech-Vakuumventile her, die weltweit sehr gefragt sind.

VAT Group stellt Hightech-Vakuumventile her, die weltweit sehr gefragt sind.

Bild: Karin Hofer

Die Nachfrage steigt und steigt. Und dieses starke Nachfragewachstum habe sich auch im zweiten Quartal dieses Jahres fortgesetzt, sagt Mike Allison an der Präsentation der Semesterzahlen der VAT Group aus Haag. Davon profitiere das Unternehmen. Gründe für diesen Boom seien die Investitionen in der Halbleiterindustrie, die Rekordniveau erreichen. Chiphersteller würden weiterhin Kapazitäten sowohl bei neuen Chiptechnologien als auch bei älteren Plattformen erweitern, um dem weltweiten Chipmangel entgegenzuwirken. Allison fährt fort, dass diese auch weiterhin in zusätzliche Dienstleistungen wie Produktupgrades und Umbauten investierten, um die Produktivität ihrer bestehenden Anlagen zu erhöhen.

Dies sorgte für Rekordumsätze bei VAT in den beiden Segmenten Ventile und Global Service. Und so würde auch die starke operative Performance von VAT in all ihren Märkten unterstützt. Der Ausbau der Produktionskapazitäten in der Schweiz und in Malaysia sowie ein erfolgreiches globales Lieferkettenmanagement ermöglichten es VAT, allen Kunden trotz Liefer- und Logistikunsicherheiten ununterbrochene Produktlieferungen und Dienstleistungen anzubieten.

So habe besonders die Geschäftseinheit Advanced Industrials (Fortschrittliche Industrien) zur starken Leistung von VAT beigetragen, indem sie ihre Aktivitäten in gezielten Wachstumssektoren wie industriellen Beschichtungen, medizinischen Geräten und Kristallziehen zur Herstellung von Silizium weiter ausgebaut habe. Die Auftragseingänge in der Geschäftseinheit Display & Solar seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwartungsgemäss niedriger gewesen, wohingegen der Umsatz durch die Ausführung der im Jahr 2021 erhaltenen Aufträge stieg, ergänzte Finanzchef (CFO) Fabian Chiozza.

Umsatz und Aufträge steigen stark

So sei der Nettoumsatz im zweiten Quartal um 286 Millionen Franken gewachsen. Dies entspreche einem Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Man habe somit auch die Umsatzprognose von 260 bis 280 Millionen Franken von Mitte April übertroffen. Wechselkursschwankungen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken, hätten ausserdem einen positiven Effekt von ungefähr einem Prozentpunkt auf das Umsatzwachstum gehabt, so Chiozza weiter. Der Auftragseingang stieg demnach im zweiten Quartal um satte 40 Prozent auf 354 Millionen Franken an.

Mike Allison, CEO VAT Group, Haag.

Mike Allison, CEO VAT Group, Haag.

Bild: PD

Ventile sind überaus gefragt

Das Segment Ventile, also der grösste Geschäftsbereich von VAT, erzielte im zweiten Quartal 2022 einen Nettoumsatz von 234 Millionen Franken. Was gemäss dem CFO einem Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche. Der Nettoumsatz des Segments Global Service sei um 25 Prozent auf 52 Millionen Franken gestiegen. Insgesamt ergab sich im ersten Semester somit ein Auftragseingang in Höhe von 649 Millionen Franken, was einem Anstieg von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Auftragsbestand lag per Ende Juni bei 559 Millionen Franken und somit um 156 Prozent höher als vor einem Jahr.

Gewinn gesteigert

CEO Allison schliesslich betonte noch, dass sich die führende Marktposition und die Technologieführerschaft von VAT auch im Unternehmenserfolg widerspiegeln. So sei der Nettoumsatz in den ersten sechs Monaten 2022 um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf nun 549 Millionen Franken gestiegen. Allein im Segment Ventile stiegen Auftragseingang und Umsatz im ersten Halbjahr ebenfalls um 32 Prozent auf neue Rekordmarken von 532 Millionen respektive 448 Millionen Franken, sagte CFO Chiozza. Unter dem Strich resultiert ein Nettogewinn in Höhe von fast 148 Millionen Franken, was einer Steigerung gegenüber dem ersten Semester 2021 von gut 52 Prozent entspreche.

Investitionen werden fortgesetzt

Das Unternehmen habe im ersten Halbjahr 2022 seine Investitionen in technologische Innovationen und betriebliche Verbesserungen fortgesetzt, so Allison. Aus operativer Sicht hätten die Werke in der Schweiz und in Malaysia ihre Produktionsmenge um gut einen Drittel gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 steigern können. Dies und die erfolgreiche Bewältigung in der Lieferkette ermöglichte VAT, ihre Produkte weiterhin pünktlich und ohne jegliche Unterbrechung auszuliefern. Weitere Kapazitätserweiterungen würden in der Schweiz und in Malaysia implementiert, um das erwartete Nachfragewachstum zu decken.

Auch die Anzahl der Mitarbeitenden nehme zu, Ende Juni beschäftigte VAT weltweit 2897 Mitarbeitende. Dies entspricht einem Anstieg um 639 Vollzeitstellen gegenüber Ende Juni 2021. Im Ausblick sagte Allison, dass man weiterhin ein starkes Wachstum erwarte.

Bis Jahresende erwartet VAT weiteres Wachstum.

Bis Jahresende erwartet VAT weiteres Wachstum.

Bild: Karin Hofer

VAT ist die weltweit führende Entwicklerin, Herstellerin und Lieferantin von High-End-Vakuumventilen. VAT-Vakuumventile sind Komponenten für fortschrittliche Herstellungsprozesse wie tragbare Geräte, Flachbildschirme oder Solarpanels. Die VAT Group hat Hauptproduktionsstandorte in Haag, Penang (Malaysia) und Arad (Rumänien).