DENTALBRANCHE
Lieferengpässe bremsen Coltene im ersten Halbjahr

Wegen Problemen in den Lieferketten sinkt der Umsatz der Altstätter Coltene, am deutlichsten in Nordamerika.

Kaspar Enz
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Die börsenkotierte Coltene produziert Verbrauchsmaterialien und Kleingeräte für Zahnarztpraxen.

Die börsenkotierte Coltene produziert Verbrauchsmaterialien und Kleingeräte für Zahnarztpraxen.

Bild: pd

In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres konnte die Altstätter Coltene noch von den Nachholeffekten nach der Coronapandemie profitieren. Doch schon bald zeigten sich erste Engpässe in den Lieferketten. Diese zeigten ihre volle Wirkung im ersten Halbjahr 2022, wie das Unternehmen mitteilt. Setzte die Herstellerin von dentalem Verbrauchsmaterial in der Vorjahresperiode noch 143,5 Millionen Franken um, waren es in der ersten Hälfte dieses Jahres noch 134,9 Millionen. Auch der Betriebserfolg sank damit um knapp 10 Millionen auf 16,7 Millionen Franken.

Lieferschwierigkeiten bei elektronischen Komponenten

Besonders die Lieferverzögerungen der elektronischen Komponenten forderte Coltene in den letzten Monaten heraus. Wegen der unsicheren Lieferungen mussten die Mitarbeitenden flexibel eingesetzt werden. Zwar hatte Coltene die Lager für ausgewählte Komponenten ausgebaut, trotzdem kam es bei verschiedenen Produkten zu Lieferverzögerungen, insbesondere bei Elektronikkomponenten für Geräte der Infektionskontrolle, in diesem Bereich ging der Umsatz denn auch um fast einen Fünftel zurück.

Coltene spürt im ersten Halbjahr Lieferengpässe

in Mio 1.HJ 2021 1.HJ 2022 Veränderung %
Nettoumsatz143,5134,9–5,9
Betriebserfolg (EBIT)2616,7–35,8
Investitionen4,83,5–27,2
Mitarbeitende (Vollzeit)12421229–1

Dies belastete insbesondere die Umsätze in Nordamerika, während der Umsatz in Europa um 4,4 Prozent stieg. Noch besser erholte sich der lateinamerikanische Markt.

Laut der Mitteilung geht Coltene davon aus, dass sich die Lieferrückstände im Verlauf des Jahres abbauen werden. Deswegen rechne man auch mit mehr Umsatz und Gewinn in der zweiten Jahreshälfte. Der Ausblick sei aber wegen der aktuellen Lage mit Unsicherheiten behaftet.