Banken
Appenzeller Kantonalbank geht stabil durch die Krise

Das Ergebnis der Bank gleicht dem Vorjahresergebnis. Trotzdem hat sich bei der Appenzeller Kantonalbank im Coronajahr einiges verändert: Die Zahl der Kunden, die Handy und Computer für den Zahlungsverkehr nutzen, ist stark gestiegen.

Kaspar Enz
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Der Hauptsitz der Appenzeller Kantonalbank (AppKB) in Appenzell.

Der Hauptsitz der Appenzeller Kantonalbank (AppKB) in Appenzell.

Bilder: PD

Dass eine Pandemie gefährlich sein kann, ist nicht neu. «In den Risikolandkarten von Bund oder WEF steht eine Pandemie schon lange zuoberst auf der Liste», sagte Roman Boutellier, Bankratspräsident der Appenzeller Kantonalbank, bei der Präsentation des Jahresergebnisses. Wie schnell und massiv die Pandemie aber auch die Weltwirtschaft erfasste, habe dann doch viele überrascht, sagte er an der Videokonferenz.

Bankratspräsident Roman Boutellier.

Bankratspräsident Roman Boutellier.

Angesichts dessen stehe die Schweiz nicht schlecht da. Was der Bund ausgegeben habe, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, sei im Vergleich moderat. So sei Innerrhoden mit einem blauen Auge davon gekommen. Das gelte auch für die am stärksten betroffenen Branchen. Boutellier weiter:

«Die Beizen im Alpstein haben jetzt sowieso meistens zu.»

Die Arbeitslosigkeit sei sogar noch eher unter dem normalen Wert. Auch für die nähere Zukunft sei im Appenzellerland weder ein Boom noch eine Pleitewelle zu erwarten.

Ergebnis gleicht dem Vorjahr

Kein Wunder also, dass auch die Appenzeller Kantonalbank die Coronakrise bisher gut überstanden hat, zumindest was das Ergebnis anbelangt. Die Bilanzsumme stieg um rund 270 Millionen Franken auf 3,77 Milliarden. Allein die Hypothekarforderungen stiegen um 126 Millionen. Die weiterhin herrschende Tiefzinslage und der Margendruck führte aber dazu, dass der Zinsertrag unter dem Strich um nur gerade 0,1 Prozent auf 34 Millionen stieg.

Appenzeller Kantonalbank Jahresergebnis 2020

In Mio Franken 2019 2020 Veränderung in %
Bilanzsumme 3504,2 3770,7 +7.6%
Kundenausleihungen 2915,5 3047,8 +4.5%
Betriebsertrag 41,5 41,4 -0.3%
Gewinn 12,3 12 -2.6%
Personal in Vollzeitstellen 81 86

Auch im Kommissions- und Handelsgeschäft glichen die Ergebnisse denen aus dem Vorjahr. Während der Ertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit 5,7 Millionen 52'000 Franken über dem Vorjahresergebnis lag, schloss das Handelsgeschäft mit 1,28 Millionen um 33'000 Franken tiefer ab. Bankdirektor Ueli Manser sagt dazu:

«Praktisch eine Punktlandung.»

Das gilt auch für den Gewinn, der mit knapp 12 Millionen Franken 2,6 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahrs liegt.

14 Millionen in Covid-Krediten beansprucht

Trotzdem machte sich die Coronakrise auch in den Zahlen bemerkbar. Insgesamt 145 Kunden erhielten einen Covid-Kredit von der AppKB. Gesprochen wurden insgesamt 22 Millionen, beansprucht wurden bisher 14 Millionen Franken.

Bankdirektor Ueli Manser.

Bankdirektor Ueli Manser.

Mehr als die Zahlen veränderte Corona aber den Alltag der Bank. Früh wurde ein Krisenstab gebildet, der Büroaufteilung und Homeoffice, digitale Besprechungen oder Desinfektionsmittel zu organisieren hatte. Manser ergänzt:

«Seit Mitte März gab es keine physische Konferenz der Geschäftsleitung.»

Sogar das traditionelle Neujahrskonzert fand dieses Jahr digital statt.

Digitalisierungsschub bei Bank und Kunden

Aber nicht nur die Bank erlebte einen Digitalisierungsschub, den machten auch die Kunden. Die Zahl der E-Banking-Verträge stieg um 13 Prozent auf über 12'000 an. Die Mobile-Banking-App der AppKB wird nun von knapp 5000 Kunden genutzt, rund ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Und die Zahl der Kunden, die Twint nutzen, stieg von 2600 auf 4600.

Hier habe sich auch ausgezahlt, dass die Appenzeller Kantonalbank die Digitalisierung immer schrittweise mitgemacht habe. «Wir waren 2018 die elfte Schweizer Bank, die Twint einführte», sagt Manser.

«Auch wenn uns damals mancher fragte, ob das wirklich nötig sei. Heute ist Twint kaum noch wegzudenken.»

Intern werde die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Das sei ein ständiger Prozess, sagte Roman Boutellier. «Wir sind immer dabei, einzelne Prozesse anzuschauen und zu digitalisieren.» So gewinne man auch an Effizienz. «Dadurch ist es überhaupt erst möglich, dass wir mit konstanten Mitarbeiterzahlen das Wachstum der letzten Jahre bewältigen konnten.»