Opel soll grün werden

Das Bonner Unternehmen Solarworld will die GM-Tochter Opel übernehmen und zum ersten «ökologischen Automobilbauer Europas» machen. GM lehnt ab.

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Frankfurt. Sein Angebot, den deutschen Autobauer Opel zu übernehmen, sei ernstgemeint, betonte Solarworld-Chef Frank Asbeck im gestrigen Düsseldorfer «Handelsblatt». Doch die ablehnende Reaktion auf den unerwarteten Vorstoss liess nicht lange auf sich warten. Die General-Motors-Tochter Opel stehe nicht zum Verkauf, wies GM-Europe-Sprecherin Karin Kirchner die Offerte ab.

GM zur Kasse gebeten

Den notleidenden GM-Konzern in Detroit würde das Übernahme-Modell von Solarworld sogar noch Geld kosten. Der Bonner Photovoltaik-Hersteller und Solaranlagenentwickler hatte zwar Barmittel von 250 Millionen Euro (382 Millionen Franken) und Kreditzusagen der Banken von 750 Millionen Euro ins Spiel gebracht – vorbehaltlich einer Bürgschaftszusage der Bundesrepublik Deutschland, wie sie Opel ohnehin beantragt hat.

Vom Geld soll die US-Mutter allerdings nichts sehen. Im Gegenteil: GM müsste nach Solarworld-Vorstellungen für jeden Opel-Arbeitsplatz auch noch 40 000 Euro berappen – insgesamt 1 Milliarde Euro. Für Kompromisse lässt das Angebot aus Bonn keinen Platz: «Kernvoraussetzung für die Abgabe des Angebots ist die komplette Trennung von Opel aus dem GM-Konzern.» Neben der «nachhaltigen Weiterentwicklung der erfolgreichen Baureihen» solle bei Opel dann eine «neue Fahrzeuggeneration mit energieeffizienten und emissionsarmen Antrieben» produziert werden.

Anleger bleiben skeptisch

Laut eigenen Angaben deckt Solarworld mit weltweit 2254 Mitarbeitern industrielle Aktivitäten vom Rohstoff Silizium bis zur schlüsselfertigen Solarstromanlage ab. Im sächsischen Freiberg betreibt der Konzern eine der modernsten integrierten Solarfertigungen der Welt. Die Branche und die Anleger reagierten gestern jedenfalls skeptisch: Die Aktien von Solarworld stürzten nach Veröffentlichung der Opel-Übernahmepläne in den Keller.

Ulrich Glauber

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