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Zuger Plattform pusht Schweizer Produkte im Ausland

Mit «Made in Switzerland» lässt sich weltweit nach wie vor gut Marketing betreiben. In Grossbritannien sorgt ein Dachverband für die Vermarktung von Schweizer Qualität. Dieses Angebot nutzt auch eine Traditionsfirma aus Zug.
Gabriel Felder, London
Blick ins Korbflaschenlager der Etter Söhne AG in Zug. Ganz rechts: Geschäftsleiter Gabriel Galliker-Etter (Bild: PD (6. Juli 2016))

Blick ins Korbflaschenlager der Etter Söhne AG in Zug. Ganz rechts: Geschäftsleiter Gabriel Galliker-Etter (Bild: PD (6. Juli 2016))

Swiss Quality UK nennt sich das Unterfangen, das seit bald fünf Jahren von London aus Schweizer Betriebe unterstützt. «Die Idee kam uns, als wir feststellten, dass die hiesigen Organisationen nicht viel im Onlinebereich für Schweizer Unternehmen anbieten, egal ob gross oder klein», führt Mitgründer Christoph Burgdorfer (39) aus.

Der gebürtige Berner realisierte, dass die zunehmende Anzahl von Schweizer Unternehmen im Vereinigten Königreich einen digitalen Schub benötigten: «Die Firmen sollen sich auf der Plattform austauschen können, indem sie entweder Inhalte, Räumlichkeiten, Dienstleistungen oder Produkte bereitstellen oder Veranstaltungen organisieren.» Swiss Quality UK setzt sich zum Ziel, Fäden zusammenzuführen und dafür zu sorgen, dass ein altes englisches Sprichwort auch für Schweizer Unternehmer gilt: «Strength lies in numbers» – Stärke liegt im Verbund.

Fruchtbrände kennt in England fast niemand

Die Idee kommt an: Neben kleinen und mittelgrossen Unternehmen wird die Plattform auch von etablierten Schweizer Marken wie Ricola, Tibits oder Jura genutzt. Burgdorfer findet das «sehr nützlich für das Vertrauen in unser Projekt». Das wachsende Prestige von Swiss Quality UK helfe aber nicht nur unerfahrenen Jungunternehmern auf die Sprünge: «Vielfach können grosse Unternehmen auch von der Agilität und den Aktionen von kleinen Betrieben lernen, da diese oft näher am Puls sind», stellt Burgdorfer fest.

Die Wirtschaftsplattform, die von einem Büro im Norden Londons aus operiert, vermochte auch einen klingenden Namen aus der Zentralschweiz anzuziehen: Die Etter Soehne AG schaltete sich vor vier Jahren ins Netzwerk ein. Die Zuger Destillerie präsentiert sich selbstbewusst als einer der führenden Fruchtbrand-Hersteller der Schweiz auf dem Netzwerk. Gabriel Galliker-Etter (43) ist Geschäftsführer und leitet die Exportabteilung. Er spricht von einem nostalgischen Wert, den seine verschiedenen Fruchtbrände auf dem ausländischen Mark geniessen: «Schweizerinnen und Schweizer sind auf der ganzen Welt angesiedelt und lieben ihre Heimat auch aus der Ferne. Ein ‹Etter› ist ein Heimwehtropfen für sie.»

«Die Idee kam uns, als wir feststellten, dass die hiesigen Organisationen nicht viel im Onlinebereich für Schweizer Unternehmen anbieten, egal ob gross oder klein.»

Mitgründer Christoph Burgdorfer

Die Ambitionen, sich ein Stück vom lukrativen britischen Alkoholmarkt abzuschneiden, gehen bis in die späten Neunzigerjahre zurück. Das Dach von Swiss Quality UK erschien Galliker-Etter als attraktiv, «da wir einen Partner vor Ort brauchten, welcher über die ­Kontakte verfügt und den Markt kennt».

Das Echo gestalte sich denn auch durchwegs positiv: «Wer uns degustiert, ist begeistert», freut sich Galliker-Etter. «Schweizer Fruchtbrände kennt fast keiner in England. Wir machen hier ‹Entwicklungsarbeit› im Bereich der edlen Fruchtbrände». Dabei haben die Etter-Schnäpse eine Geschichte zu erzählen. Das Familienunternehmen sorgt seit 1870 für die Verbreitung des Schweizer Qualitätsbegriffes – zweifellos ein Vorteil in einem Markt, der grosse Stücke auf ­Geschichte und Tradition setzt. «Alle sind erstaunt, wie viele Früchte in eine Flasche passen. Das Destillat ist klar wie Wasser und doch hat es ein gewaltiges Aroma», so Galliker-Etter.

Zunehmende Annäherung wegen Brexit

Dieser unverdünnte Enthusiasmus weckt zunehmendes Inter­esse, vor allem in der britischen Hauptstadt. Durch die Swiss-Quality-UK-Plattform hofft man, neue Verkaufsstellen zu erreichen, wie das Spezialitätengeschäft Hedonism Wines im gehobenen Mayfair-Quartier. Der Laden bietet derzeit 19 Etter-Produkte an, von Kirsch über Pflümli bis zu Poire Williams. «Wir setzen nicht auf grosse Mengen. Sondern wir wollen am richtigen Ort vertreten sein», erklärt Galliker-Etter die Vorwärtsstrategie.

Christoph Burgdorfer und seine Geschäftspartnerin Sidela Leon bauen indessen wacker an der Präsenz ihrer Plattform im britischen Markt. Die Schatten, welche der bevorstehende Austritt Grossbritanniens aus der EU vorauswirft, wird mit gut schweizerischer Gelassenheit auf­genommen: «Wahrscheinlich ­werden Produkte teurer zu importieren nach dem Brexit», prognostiziert Burgdorfer. «Jedoch stellen wir auch fest, dass sich die Schweiz und Grossbritannien zunehmend nähern, weil wir ja beide ausserhalb der EU und somit im gleichen Boot sitzen», sagt er.

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