Apps

Ohne eine App geht im Leben bald nichts mehr

Miniprogramme für iPhone und Co. vermehren sich wie die Hasen und erleichtern den Konsumenten das moderne Leben im Alltag.

Rüdi Steiner
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Apps, die das Leben leichter machen
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Swiss Peaks Die Gratis-Alternative zu Peakfinder. Erkennt ebenfalls jeden Schweizer Berg in Sekundenschnelle und liefert den richtigen Namen und weitere Daten. Ist gratis und läuft auf dem iPhone. Nur für die Schweiz, für ausserhalb der Schweiz gibt es World Peaks.
iForest Sie haben in der Schule im Botanik-Unterricht nicht so gut aufgepasst? iForest kennt für Sie Pflanzen und Bäume tadellos. Gibt es für iPhone und Android. Das Stopfen der Bildungslücke hat seinen Preis. Die App kostet 15 Franken.
My Football Die beste App für Fussballfans mit aktuellen Resultaten und Ranglisten aller Ligen der Welt. Kostet 1.10 Franken, gibt es nur für iPhone.
Dropbox Die App zum Sharen von Daten, funktioniert auf dem iPhone und Android. Ist gratis
Meteonews Die Alternative zu Weather Pro. Es gibt Nutzer, die sagen, MeteoNews sei die beste Wetter-App. Gratis, gibt es nur für iPhone
Teleboy Sie wollen mit dem Handy TV gucken. Hier die beste TV-App. Wilmaa und Zattoo sind die Alternativen. Für iPhone, Android und Nokia-Smartphones, ist gratis.
Codecheck Sie wollen wissen, was in den Produkten so drin ist? Die Strichcodeleser-App klärt den Konsumenten auf. Noch sind nicht alle Produkte drin, die es gibt, trotzdem sehr hilfreich. Für iPhone und Android, gratis.
Viber Die App zum Gratis-Telefonieren. Gibt es zur Zeit nur für iPhone, Android-App ist in Vorbereitung. Die App ist gratis
Aktionis Was bei Coop, Migros, Denner und Co gerade billig ist: Alle Aktionen auf einen Blick. Läuft auf iPhone und Android, gratis.
LEO Die Übersetzungshilfe schlechthin für Detusch-Englisch. Für iPhone und Android, gratis
WhatsApp Die App, mit der sich gratis SMS, MMS und Videos versenden lassen. Die beliebteste Bezahl-App in der Schweiz. Sie kostet 1.10 Franken. Gibt es für iPhone und Android.
Local.ch Das Telefonbuch für die Hosentasche liefert fast zu jedem Namen die passende Telefonnummer. Die App ist gratis. Sie gibt es fürs iPhone, für Android und weitere Plattformen
Weather Pro Die Wetter-App mit Tausenden Städten und auch Gemeinden der Schweiz und auch im Ausland. Mit 7 Tages-Prognose, Angaben fast immer korrekt. Kostet 4.40 Franken. Gibt es für iPhone, Android und weitere.
SBB Mobile Die App für Pendler liefert alle Zug und Busverbindungen der Schweiz und ist auch gleich noch ein Billetschalter. 1,3 Millionen Schweizer haben die Gratis-App.
Peakfinder Streitereien über Bergnamen beim Wandern: Das war gestern. Die App erkennt jeden Berg in Sekundenschnelle. Sie kostet 2.20 Franken und läuft auf iPhones und Google-Handys.
Skobbler Das Navi fürs schmale Budget. Kann aber fast so viel wie die teuren auch. Kostet 6 Franken. Die App gibt es fürs iPhone und für Android-Handys.
Simfy Die günstige Alternative zu iTunes und Co. Für 12 Franken gibt es Web-Musik und Künstlerradios direkt auf das Smartphone - und zwar so viel der Musikliebhaber begehrt.
Skype Gratis-Telefonieren bis die Ohren heiss werden: Skype macht es möglich. Auch Video-Anrufe sind möglich. Die App ist gratis und läuft auf dem iPhone, Android-Geräten und Symbian.
dict.cc Die beste Deutsch-Englisch-Übersetzungs-App, da man dafür nicht online sein muss, sondern alles auf dem iPhone oder einem Android-Handy hat. Die App ist gratis.
Tune in Gibt es eine Radio-Stadion, von der Sie noch nichts wissen. Hier finden Sie sie. Sehr cool . Läuft auf Android und iPhone, es gibt eine Gratis-Version und eine, die 1.10 Franken kostet.
Facebook Das soziale Netzwerk im Taschenformat. Kann fast alles, was die grosse Schwester im Internet auch kann. Die populärste Gratis-App in der Schweiz. Gibt es für iPhone, Android und weitere Systeme.
Wikipedia Mobile Alles Wissen, dass die Internet-Nutzer zusammengetragen haben, immer abrufbereit in der Hosentasche. Die App ist gratis. Es gibt sie für iPhone, Android und weitere.

Apps, die das Leben leichter machen

Zur Verfügung gestellt

Ein Bahnbillett kaufen am Schalter? Oder am Automaten? Für Smartphone-Nutzer sind das Tempi passati. Das Ticket kaufen sie heute mit dem Handy. Die App «SBB mobile» macht das möglich. App sind Miniprogramme für Smartphone. Der Name ist eine Kurzform fürs englische Wort «application», was so viel heisst wie Anwendung.

987000-mal wurde die SBB-App bis heute auf ein iPhone geladen. 70000- mal wurde die Anwendung auf einem Google-Handy installiert. Weitere 220000-mal wurde eine Version für Nokia-Geräte ausgeliefert. Eine Million Tickets haben die Bahnen darüber bis Ende Januar 2011 verkauft. Die Zuwachsrate betrage auf Monatsbasis über 10 Prozent, sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig.

Google, Facebook - und die SBB

Die App der SBB ist das dritterfolgreichste in der Schweiz. Öfter installiert wurden laut Google nur noch Facebook und der Musik-Erkennungsdienst Shazam. Zu den Stars in der Schweizer App-Szene gehört inzwischen auch Fabio Soldati. Der 35-jährige Software-Entwickler hat mit «Peakfinder» den grossen Coup gelandet. Sein Programm, das Berge benamst, wurde bereits über 100000-mal gekauft – für Fr. 2.20.

«Erfunden» hat die App Apple Anfang 2007. Es war die Zeit, als CEO Steve Jobs das erste iPhone präsentierte. Die Idee: Entwickler auf der ganzen Welt sollten fürs Gerät Miniprogramme schreiben und sie im App-Store der Firma zum Verkauf oder zum Gratis-Download anbieten. Apple überwacht das Ganze und streicht 30 Prozent des Verkaufspreises ein. «Apple hat der Entwicklergemeinde damit einen Zugang zum Markt ermöglicht, das ist die grosse Leistung», sagt Stefan Mauron, Businessquerdenker bei Swisscom.

350000 Apps

Apps für alle Lebenslagen gibt es inzwischen auch bei der Konkurrenz, allen voran Google. Und es gibt sie nicht mehr nur fürs Handy, sondern auch für iPad, iPod, ja selbst für den Computer. Die Apps haben eine ganze Industrie beflügelt. Gut 350000 Apps für Apple-Geräte gibt es inzwischen. Für Googles Android sind es 300000.

Das Ganze ist längst auch ein Mega-Business. Letztes Jahr wurden weltweit 8,2 Milliarden Apps heruntergeladen und damit mehrere Milliarden Franken umgesetzt. Allein bei Apple waren es 2 Milliarden. Die Zahlenkurve zeigt weiter steil nach oben. Marktforscher rechnen damit, dass sich der Markt in diesem Jahr mehr als verdoppeln wird.

App: Wohin geht die Reise?

Hauptprofiteuer davon wird aber nicht Apple sein, sondern Konkurrent Google. Es hat die grössten Zuwachsraten, auch in der Schweiz. Die SBB registrieren Woche für Woche 10000 Downloads für Android-basierte Geräte. Wo die Reise mit den Apps hingeht, weiss heute niemand so genau. Swisscom-Mann Mauron glaubt, dass neue Technologien wie HTML 5 den abgeschotteten Welten von Apple und Co. schon bald zusetzen werden.

Bis es so weit ist, sieht Mauron bei den Apps einen Megatrend. Es ist die Bezahlfunktion. «Immer wie weniger Apps werden kostenlos sein», glaubt er. Stark an Bedeutung gewinnen wird auch das Thema «Augmented Reality», also die Bereicherung der Realitätswahrnehmung.