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OFFENSIVE: Apple will sich gutstellen mit Trump

Milliardenschwere Investitionen und Steuerzahlungen, Tausende neue Arbeitsplätze: Mit diesen Vorhaben versteht es der Technologiekonzern, sich beim US-Präsidenten einzuschmeicheln.

Das gefällt dem Präsidenten. Donald Trump fand gestern lobende Worte für den iPhone-Konzern Apple. Dieser hatte tags zuvor angekündigt, in den nächsten fünf Jahren 30 Milliarden Dollar in den USA zu investieren und 20000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass die im Dezember verabschiedete Steuerreform bereits Früchte trage, sagte Trump. Zuvor hatte er auf Twitter von einem «riesigen Gewinn» für amerikanische Arbeiter und die USA gesprochen.

Eine weitere Folge der Steuerreform: Auf Apple wartet eine Rechnung, die laut den Worten von Konzernchef Tim Cook alle Rekorde brechen wird. Denn Apple will von einem neuen, tieferen Steuersatz profitieren und einen Teil der 252 Milliarden Dollar, die derzeit von ausländischen Tochtergesellschaften gehalten werden, zurück in die USA schaffen. Dafür ist Cook bereit, eine Steuerrechnung von 38 Milliarden Dollar zu begleichen. «Wir wollen Amerika helfen», sagte er im Gespräch mit dem Fernsehsender ABC. Gemäss den Hochrechnungen der Steuerexperten des amerikanischen Parlaments werden weltweit tätige US-Konzerne wie Apple in den nächsten zehn Jahren gegen 339 Milliarden Dollar repatriieren, wie der Fachausdruck lautet. Apple wird also rund 10 Prozent dieser prognostizierten Mehreinnahmen in die Staatskassen abliefern.

Auf gutem Fuss mit der Regierung

Der Konzern war in den vergangenen Jahren, auch im nationalen Parlament, heftig dafür kritisiert worden, von Schlupflöchern in der amerikanischen Steuergesetzgebung zu profitieren und im Ausland erzielte Profite dem US-Fiskus vorzuenthalten. So buchte Apple im vergangenen Finanzjahr 94 Prozent der Profite über ausländische Tochtergesellschaften ab. Auch war immer wieder kritisiert worden, dass Apple seine beliebten Produkte vornehmlich in China herstelle.

Gemäss offiziellen Zahlen beschäftigt der Konzern in den USA derzeit 84000 Menschen – eine Aufstockung um 20000 Jobs käme also einem grossen Sprung nach vorne gleich. Apple kündigte in einer Pressemitteilung an, eine neue Zweigstelle zu gründen. Wo dieser neue Campus zu stehen kommt, gab das Unternehmen vorerst nicht bekannt.

Beobachter bezeichneten die Ankündigung Apples auch als geschickte Öffentlichkeitsarbeit. Die Repatriierung des im Ausland parkierten Vermögens habe geringe Auswirkungen auf die Finanzierung der Expansion in den USA, sagte der Finanzanalyst A.M. Sacconaghi, der für Sanford C. Bernstein arbeitet und IT-Unternehmen unter die Lupe nimmt. Der Konzern signalisiere aber mit der Massnahme, dass er «sein Bestes» versuche, um auf gutem Fuss mit der Regierung von Präsident Trump zu stehen.

Renzo Ruf, Washington

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