Oertli will besser werden

Fünf Studenten der Fachhochschule St. Gallen arbeiten an einer noch stärkeren Positionierung der Oertli Instrumente AG. Mit ihrem Projekt sind sie für den WTT Young Leader Award nominiert.

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Ein Projektteam der FHS hat die Oertli Instrumente AG unterstützt. (Bild: Urs Bucher)

Ein Projektteam der FHS hat die Oertli Instrumente AG unterstützt. (Bild: Urs Bucher)

BERNECK. Ein kleiner, aber feiner Spieler in einem Wachstumsmarkt für Grosse: Die Oertli Instrumente AG behauptet sich international erfolgreich mit Geräten für die Augenchirurgie.

«Have a good trip!» Thomas Bosshard verabschiedet vor dem futuristischen Gebäude der Oertli Instrumente persönlich eine Schulungsgruppe mit Geschäftsleuten aus den Arabischen Emiraten, Kuwait, Zypern und anderen Ländern des Nahen und Fernen Ostens. Gemeinsam mit seinem Bruder Christoph lenkt er die Geschicke des Familienbetriebs. Hier, im beschaulichen Berneck, geht es international zu und her. «Wir exportieren in vierzig Länder», sagt Thomas Bosshard.

Markt mit hohem Preisdruck

Oertli stellt Geräte, Instrumente und Verbrauchsmaterial für die Augenchirurgie her. In den letzten zehn Jahren hat die Firma ihren Umsatz verdoppelt, auch die Zahl der Mitarbeitenden, und zwar auf 152. Es ist ein Wachstumsmarkt, allerdings mit hohem Preisdruck, und er konsolidiert stark. Als eines der letzten KMU in der Branche steht Oertli Instrumente erfolgreich in direkter Konkurrenz zu Konzernen wie Novartis oder Bausch + Lomb. «85 Prozent geht in den Export, obwohl wir fast alles in Berneck produzieren», sagt Bosshard. Preislich sei das kein Vorteil. «Aber wir stehen zu einer hohen Fertigungstiefe an unserem Standort mit seinen qualifizierten Arbeitskräften und den stabilen Rahmenbedingungen. Dank Schweizer Qualität und innovativen Geräten mit starkem Service können wir es uns deshalb leisten, 10 bis 15 Prozent über dem internationalen Marktpreis zu liegen.»

«Künftig müssen wir noch stärker als Premium-Hersteller auftreten», erklärt Bosshard. Er hat ein Studententeam der Fachhochschule St. Gallen (FHS) mit einer Kundennutzenanalyse beauftragt. Mit dieser sind Marco Otti (St. Gallen), Manuel Bayer (Degersheim), Ramon Beerli (St. Gallen), Matthias Nideröst (St. Gallen) und Raffaele Vignacastrisi (Abtwil) nun für den WTT Young Leader Award nominiert.

Qualität entscheidet

«Wir konnten aufzeigen, dass die Qualität der Geräte im Vergleich zum Preis entscheidender ist als angenommen», sagt Projektleiter Marco Otti. Zudem hätten sie dem Auftraggeber bestätigen können, dass Ärzte stark am Kaufentscheid beteiligt sind. Gerade sie setzten auf Qualität. «Wir müssen uns regelmässig fragen, weshalb Kunden bei uns kaufen», erklärt Bosshard. Sonst habe man schnell keinen Platz mehr im Markt. «Die Studenten haben unsere Firma rasch verstanden, wichtige Informationen geliefert und die richtigen Schlüsse gezogen für weitere Massnahmen», lobt er. Benjamin von Walter von der FHS St. Gallen hat die Studenten begleitet: «In Sachen Statistik war die Aufgabe sehr anspruchsvoll, wurde jedoch bravourös gelöst.» (red.)