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In Einzelteilen zurück am Markt

Oerlikon will die Getriebesparte unter dem Namen GrazianoFairfield an die Schweizer Börse bringen. Das neue Unternehmen soll den Hauptsitz in der Schweiz haben.
Raphael Bühlmann
Oerlikon-Konzernchef Roland Fischer will die Getriebesparte an die Schweizer Börse bringen. (Bild: Siggi Bucher/Keystone)

Oerlikon-Konzernchef Roland Fischer will die Getriebesparte an die Schweizer Börse bringen. (Bild: Siggi Bucher/Keystone)

Der in Schwyz beheimatete Industriekonzern Oerlikon bringt das Segment Drive Systems an die Schweizer Börse. Damit steht erneut ein traditionsreicher Unternehmensbereich zum Verkauf. Bereits für den 20. Juni ist das Initial Public Offering (IPO) des Werkzeugmaschinenhersteller Klingelnberg angesetzt. Die Deutschen übernahmen bereits 1993 das Verzahnungsmaschinengeschäft der damaligen Oerlikon-Bührle. Nachdem mittlerweile diverse weitere Unternehmensteile verkauft worden sind, kommt nun mit der Division Drive Systems ein Stück Schweizer Industriegeschichte an die Schweizer Börse.

Während fast einhundert Jahren hat sich Oerlikon zu einem weltweit führenden Zulieferer von Getrieben, Wellen und anderen Antriebseinheiten entwickelt. Die Sparte setzt heute mit 5100 Mitarbeitenden an 9 Standorten 730 Millionen Franken um – ein Viertel des Konzernumsatzes. Die Ebitda-Marge betrug 2017 10,6 Prozent. Die Schwerpunkte der Produktion lagen in Fairfield (USA) und Graziano (Italien). Daraus hervor geht auch der Name der neuen, durch den Börsengang entstehenden Kapitalgesellschaft – GrazianoFairfield.

Fokus aufs margenträchtige Kerngeschäft

Der Börsengang an der SIX Swiss Exchange soll abhängig von den Bedingungen am Kapitalmarkt im dritten Quartal erfolgen. Gemäss Medienmitteilung des Unternehmens soll dieser 87 Prozent der Aktien umfassen. Bei grosser Nachfrage, beziehungsweise vollständiger Ausübung, sollen 100 Prozent der Aktien emittiert werden. An der Konzernspitze gibt man sich zuversichtlich. «Die Rahmenbedingungen für ein IPO stimmen, und Drive Systems erfüllt alle Voraussetzungen, die wir im Vorfeld für diesen Schritt definiert hatten», sagte CEO Roland Fischer heute an der Telefonkonferenz.

Tatsächlich hat sich die Sparte sehr erfreulich entwickelt. 2017 erzielte sie gegenüber Vorjahr 20 Prozent mehr Umsatz – die Aufträge nahmen um 30 Prozent zu. Auch die jüngsten Zahlen sind vielversprechend. Im ersten Quartal 2018 hat die Sparte einen wesentlichen Beitrag zum Konzernwachstum beigetragen. In den Büchern standen erneut fast 20 Prozent mehr Aufträge als im ersten Quartal 2017. Die Ebitda-Marge stieg um vier Prozentpunkte auf 12,4 Prozent. «2017 erreichte man bei den Drive Systems den Turnaround», schreibt Oerlikon im entsprechenden Geschäftsbericht.

Neue Projekte in Brasilien und Indien im Bereich Landwirtschaft – der weit wichtigsten Absatzbranche der Sparte – hätten akquiriert werden können. Aber auch im öffentlichen Verkehr in China sei man sehr gut unterwegs. Im Automobilbereich böten Entwicklungen bei den elektrischen Antriebssystemen Wachstumspotenzial.

Dass man die Getriebesparte trotz dieser Positiventwicklung auslagern will, kommt nicht überraschend. Oerlikon realisiert in der Sparte Oberflächentechnologien fast doppelt so hohe Margen. «Oerlikon wird sich nach dem Börsengang des Getriebesegments stärker auf die Kerngeschäfte Oberflächenlösungen und moderne Werkstoffe sowie Chemiefaseranlagen konzentrieren», erklärt Konzernchef Roland Fischer. Mit dem erwarteten Erlös aus dem geplanten Börsengang habe man zudem für Zukäufe genügend Feuerkraft. Die neue Gesellschaft soll ihren Hauptsitz in der Schweiz haben. Divisionschef Bernd Matthes ist designierter CEO der GrazianoFairfield AG, und Jürgen Geissinger soll Verwaltungsratspräsident werden.

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