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Ölpreisrallye vor der Heizsaison

Börsenspiegel
Werner Huber

Ein Blick auf die Rohstoffmärkte zeigt, dass neben den Industrie- und Edelmetallen auch der Ölpreis in diesem Jahr stark gestiegen ist. Bei Getreide und Genussmitteln (Soft Commodities) wie zum Beispiel Zucker oder Kaffee mussten hingegen Kursrückgänge in Kauf genommen werden. Der synchrone Wirtschaftsaufschwung hat zu einer verstärkten Nachfrage nach Rohstoffen beigetragen.

Der Ölpreis, gemessen an der Sorte Brent, ist seit Mitte Jahr markant von 45 Dollar auf nunmehr rund 64 Dollar je Fass gestiegen – auf den höchsten Stand seit Mitte 2015. Seit Anfang Jahr beträgt der Anstieg rund 10 Prozent. Neben der erhöhten Nachfrage haben einige Sonderfaktoren den Ölpreis in den letzten Wochen zusätzlich getrieben. Die Äusserungen des US-Präsidenten Donald Trump, wonach er dem Iran die Einhaltung des Atomabkommens absprechen will, haben Spekulationen über neue Sanktionen eröffnet. Obwohl der Iran nur 3 Prozent zu den weltweiten Ölexporten beiträgt, sind die Reserven enorm. Auch der Vormarsch der irakischen Armee in das vom Ölreichtum wichtige Gebiet um Kirkuk hatte die geopolitischen Risiken im Nahen Osten nochmals verschärft.

Darüber hinaus ist die Zahl neuer Ölbohrstellen (Rigs) in den USA nicht so schnell gewachsen wie erwartet. Dem Ölpreis zusätzlich Auftrieb gegeben haben auch die Spekulationen, wonach die Organisation Erdölexportierender Länder (Opec) die Verlängerung der Förderkürzungen über März 2018 hinaus beschliessen dürfte. Saudi-Arabien sowie das Nicht-Opec-Mitglied Russland treten für eine Fortschreibung der Förderkürzungen ein. Wir erwarten vom Opec-Treffen von Ende November die Bei­behaltung der Produktionsbeschränkungen bis Ende 2018.

Aufgrund des gestiegenen Ölpreises wird auch die Produktion und die Förderung von Schieferöl in den USA wieder attraktiver. Gemäss Schätzungen der US-Energiebehörde werden die USA 2018 eine neue Rekordproduktion von 10 Millionen Fass pro Tag erreichen. Sollte diese Pro­gnose tatsächlich eintreten, müsste die Opec neben der Verlängerung auch noch eine Ausweitung der Förderkürzungen beschliessen, um den Lagerabbau weiter voranzutreiben.

An der Zapfsäule dürfte dies mittelfristig aufgrund des höheren Dollars und der gestiegenen Frachtkosten spürbar sein. Auch am Heizöl-Terminmarkt sind die Notierungen auf ein Zweijahreshoch gestiegen. Sollten die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die gute Nach­fragesituation aufgrund der robusten Weltwirtschaft anhalten, wird sich der Ölpreis um 60 Dollar je Fass einpendeln.

Werner Huber

Senior Portfolio Manager

Thurgauer Kantonalbank

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