Glosse

Ob Geisterspiel oder nicht ist Jacke wie Hose

Bald wird hierzulande wieder Fussball gespielt. Manch ein Klub wird gar nicht merken, dass er vor einer Geisterkulisse um den Ball kämpft - weil er es an Heimpartien gar nicht anders kennt.

Thomas Griesser Kym
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Illustration: Corinne Bromundt

Der Fussball in Europa ist ein Flickenteppich. Frankreich beispielsweise hat die Liga schon Ende April abgebrochen und Paris Saint-Germain zum Meister erklärt. Kunststück, bei zwölf Punkten Vorsprung der Milliardenequipe. Abbruch auch in den Niederlanden. Dort gibt es zwar keinen Meister, aber Tabellenführer Ajax darf Champions League spielen, während Verfolger Alkmaar, bloss acht Tore hinter dem Grossklub, in die Qualifikationsmühle muss. Hätte der Verband gleich entschieden, wenn der Provinzklub ein paar Törchen besser gewesen wäre?

In Deutschland wiederum hat die Bundesliga Fahrt aufgenommen, unüblicherweise mit Geisterspielen. Auch auf den Färöern wird gekickt, wie üblich mit Geisterspielen, denn Zuschauer sind dort stets rar. Insofern werden auch ein paar Klubs der zwei Schweizer Topligen einen Courant normal erleben, wenn es bald wieder losgeht – und einen unschätzbaren Wettbewerbsvorteil geniessen. Denn an Heimspiele von Lugano oder Stade Lausanne verirren sich auch sonst nur ein paar Unentwegte.