Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Novartis zieht Schlussstrich unter das Kapitel Alcon

Der Augenheilmittelkonzern soll bis im Sommer des kommenden Jahres in die Hände der Novartis-Aktionäre gelegt werden.
Daniel Zulauf
Novartis will sich von der Augenheilsparte Alcon trennen und an die Börse bringen. (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Novartis will sich von der Augenheilsparte Alcon trennen und an die Börse bringen. (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Novartis-Chef Vasant Narasimhan verliert keine Zeit. Der Amerikaner ist noch kein halbes Jahr CEO und schon kündigt er den dritten grossen Schritt im Umbau des Basler Pharmakonzerns an. Die Augenheilmittelsparte Alcon soll in der ersten Hälfte 2019 abgespalten werden.

Vorgesehen ist ein klassischer Spin-off, wie ihn Novartis kurz nach der Gründung 1996 bereits mit der Chemiesparte Ciba Specialty Chemicals und etwas später auch mit dem Agrochemiegeschäft Syngenta vorgenommen hatte. Bei einem Spin-off fliesst kein Geld, weil die Titel der abzuspaltenden Gesellschaft direkt an die Aktionäre der vormaligen Muttergesellschaft verteilt werden. Deshalb sind solche Transaktionen auch steuerneutral, was gemäss Narasimhan ein wichtiges Argument für diese Vorgehensweise ist.

Schwerer dürfte in dem Entscheid aber die Hoffnung gewogen haben, dass Novartis ohne Alcon eine höhere Börsenbewertung erlangen wird. Die 2011 für über 50 Milliarden Dollar eingekaufte Alcon hat die Rentabilität von Novartis in den letzten Jahren stark belastet. Deutlich sichtbar wurden die Schwächen vor zwei Jahren, als Novartis das Geschäft mit ophthalmologischer Pharmazeutika mit einem Umsatz von knapp vier Milliarden Dollar aus der Alcon-Sparte herausgenommen hatte, um es in die eigene Pharmadivison einzugliedern.

2017 erwirtschaftete Alcon mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Dollar einen Betriebsverlust von 190 Millionen Dollar. Die schwache Leistung wiegt umso schwerer, als die industrielle Fertigung von Operationsgeräten auch erhebliche finanzielle Mittel bindet. Alcon beansprucht rund ein Fünftel des gesamten Nettobetriebsvermögens von Novartis, trägt aber nur gut 12 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Bereits 2015 hatte Narasimhans Vorgänger Joseph Jimenez die Notwendigkeit einer Sanierung von Alcon eingeräumt. Die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr auf die Wachstumsstrasse zerschlugen sich aber bald. Erst im vergangenen Jahr wurde die Beschleunigung sichtbar. Alcon-Chef Mike Ball zeigte sich im Gespräch mit Analysten zuversichtlich, dass Alcon die Marktposition nun halten und mit der Expansion des Marktes von rund 4 Prozent im Jahr mithalten kann.

Hauptsitz wird in der Schweiz sein

Die Novartis-Aktionäre begrüssten die Ankündigung. Die Aktien legten zeitweise fast vier Prozent zu und gingen bei knapp unter 75 Franken 2,8 Prozent höher aus dem Handel. Mitgeholfen hat hier auch Narasimhans Ankündigung eines weiteren grossen Aktienrückkaufs.

Vom Erlös von 13 Milliarden Dollar aus dem Verkauf der Beteiligung am Joint Venture mit GlaxoSmithKline für rezeptfreie Medikamente will Novartis fünf Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe einsetzen. 8,7 Milliarden Dollar hat Novartis unlängst bereits für den Kauf der auf die Erforschung seltener Krankheiten spezialisierten US-Firma Avexis ausgegeben. Narasimhan hat in der kurzen Zeit seit dem Antritt als CEO eine ungeahnte Dynamik an den Tag gelegt.

Während das operative Zentrum von Alcon in der texanischen Stadt Fort Worth verbleiben soll, soll der Hauptsitz in der Schweiz entstehen. Dementsprechend sollen die Alcon-Aktien dereinst auch primär an der Schweizer Börse gehandelt werden. Eine Zweitnotierung an der US-Börse nach dem Vorbild von Novartis ist ebenfalls geplant. In der Schweiz beschäftigt Alcon in Genf, Rotkreuz, Schaffhausen und Freiburg aktuell 600 Mitarbeiter. Der Kanadier Mike Ball, der den Turnaround von Alcon in den vergangenen zwei Jahren gegen eine üppige Entlöhnung vorangetrieben hatte, soll dem Konzern künftig als Chairman vorstehen. Als CEO ist Balls rechte Hand David Endicott bereits gesetzt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.