Notenstein macht Einschnitte

Aufbau und Abbau erfolgen parallel: Die St. Galler Notenstein Privatbank hat 20 Mitarbeitenden gekündigt. Neben dem Sparen soll den Angaben zufolge aber auch «gezielt investiert» werden.

Thorsten Fischer
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ST. GALLEN/ZÜRICH. Die Anpassungen bei der Notenstein Privatbank – 20 Entlassungen – soll Bankchef Adrian Künzi der Belegschaft am Dienstag bekanntgegeben haben. Das berichtete das Finanzportal «insideparadeplatz.ch». Insgesamt beschäftigt Notenstein in der Schweiz rund 700 Mitarbeitende. 20 Mitarbeitende haben nun die Kündigung erhalten, wie Notenstein-Sprecherin Dominique Meier auf Anfrage bestätigte. Der Abbau erfolge in diversen Bereichen der Bank.

Gewisse Entwicklungen laufen dabei parallel. Im aktuellen Jahr hatte Notenstein für bestimmte Märkte auch Teams und Berater von anderen Banken eingestellt. Laut Meier ist die Gesamtsicht wichtig. Nach dem Aufbau des Nicht-US-Geschäfts von Wegelin stehe nun «eine Phase des gezielten Investierens und Sparens» an – das heisst, auch die Kosten kommen auf den Prüfstand. Dass diese höher als erwartet ausfielen, wollte Notenstein nicht bestätigen. Es sei von vorneherein klar gewesen, dass parallel zu den jüngsten Investitionen auch die Kostenseite unter die Lupe genommen werden müsse. Laut Meier soll die Lohnkostenbasis bis Ende Jahr um 5% reduziert werden.

Wenige Zielmärkte im Ausland

Bei den Auslandmärkten verfolgt Notenstein eine Strategie der Konzentration auf wenige Zielmärkte. Ob ein Rückzug aus einigen Märkten geplant ist, wollte Notenstein vorerst nicht kommentieren. Dass man sich aber auf bestimmte Länder im Ausland fokussiere, gehöre zur Strategie und sei bekannt, erklärte Meier. Notenstein betreut im Offshore-Geschäft nicht nur Kunden in den umliegenden Nachbarländern. Ein Teil des Auslandgeschäfts entfällt auf lateinamerikanische und osteuropäische Länder und seit kurzem ist sie in Südafrika präsent.

Dass die gesamte Branche unter Druck und im Wandel steht, ist seit längerem erkennbar. Ertragsmässig habe sich das Schweizer Private Banking einigermassen behaupten können, sagt Urs Birchler, Hauptautor der «International Private Banking Study 2013» des Instituts für Banking und Finance der Universität Zürich. Wo die Banken aber kämpften, sei die Kostenseite, erklärt er auf Anfrage. Die Löhne selber seien kaum zu senken, da gute Leute aus der Branche auch in anderen Bereichen heftig umworben würden. Somit bleibe häufig nur ein Stellenabbau, um die Kosten zu senken.

Tiefer bis Ende Jahr

Notenstein gab zu ihrem Kosten-Einnahmen-Verhältnis gestern bekannt: Zielgrösse sei es, in einem ersten Schritt bis Ende Jahr auf eine Cost-Income-Ratio von unter 90% zu kommen. Derzeit liegt sie laut Notenstein bei 91,6%.

Wie präsentiert sich das Gesamtbild in dieser Hinsicht in der Branche? Ein Wert von über 90% liegt am oberen Rand der Branche, wie Professor und Bankenexperte Birchler sagt. Dennoch sei dies für «eine junge Bank im Aufbau» nicht aussergewöhnlich. Naturgemäss fielen in einer solchen Phase zunächst mehr Kosten an.