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Nochmals weniger Lohn?

Laut Bundesamts für Statistik werden 2019 die Löhne real sinken. Es wäre das dritte Jahr in Folge, in dem die Arbeitnehmer sich für ihre Gehalt weniger kaufen können.
Niklaus Vontobel

2019 werden die Schweizer Löhne voraussichtlich sinken, wenn die Teuerung eingerechnet wird. Das ergibt sich aus einer Schätzung des Bundesamts für Statistik, die heute veröffentlicht wurde.

Damit würden die Löhne in der Schweiz zum dritten Mal in Folge fallen. Bereits in den Jahren 2017 und 2018 gab es einen realen Lohnrückgang. Der Trend ist eine Spätfolge des Frankenschocks von 2015.

Gemäss der Schätzung der Bundesstatistiker werden die Löhne zwar nominal um 0,5 Prozent zunehmen. Die Arbeitnehmer würden also durchschnittlich etwas mehr Geld erhalten. Doch dafür werden sie sich weniger kaufen kaufen.

Denn die Teuerung wird für 2019 auf 0,6 Prozent geschätzt von der Schweizerischen Nationalbank. Dadurch wird die Lohnerhöhung nicht nur weggefressen. Unter dem Strich können die Arbeitnehmer also 0,1 Prozent weniger kaufen für ihr Geld.

Mit dieser Meldung verstärkt sich der Druck auf die kommenden Lohnverhandlungen.Die Gewerkschaften haben bereits angekündigt, man fordere Lohnerhöhungen von mindestens zwei Prozent, für alle Mitarbeiter und Branchen. «Sonst wird weniger am Verhandlungstisch entschieden, sondern vermehrt durch starke gewerkschaftliche Aktionen», sagte etwa die Gewerkschaft Syndicom.

Der Industrieverband Swissmem zieht in die umgekehrte Richtung. Die Lohnnebenkosten seien in der Schweiz bereits heute weltweit am zweithöchsten. Einen staatlich finanzierten Vaterschaftsurlaub lehnt Swissmem darum ab. Längere Arbeitszeiten sollen nicht mehr als Überstunden gelten, wenn die Verlängerung durch eine Frankenaufwertung nötig wurde. Und der Verzicht auf die Erfassung von Arbeitszeiten soll vorangetrieben werden.

Gewerkschaften: Völlig absurde Forderungen

Swissmem begründet seine Forderungen mit den schlechten Aussichten. Die Industrie werde in den nächsten 12 bis 18 Monaten von einem Doppelschlag getroffen, so die Befürchtung. Eine weltweite Rezession können mit einer starken Frankenaufwertung zusammentreffen. Swissmem: «Das weltwirtschaftliche Umfeld hat sich massiv verschlechtert.»

Die Vorstellungen von Swissmem lehnen wiederum die Gewerkschaften rundweg ab. «Swissmem will die bevorstehende Krise auf die Arbeitnehmer abwälzen», sagt Corrado Pardini, Unia-Gewerkschafter und SP-Nationalrat. Die geforderte Aufweichung der Arbeitszeitregeln sei völlig absurd, ebenso die Gegenwehr gegen Vaterschaftsurlaub oder Elternzeit.

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