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Noch kein Grund zum Jubeln

Wie im Vorfeld auf breiter Front erwartet, hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen unverändert auf rekordtiefem Niveau belassen. Ebenfalls unangetastet liessen die Währungshüter das Anleihenkaufprogramm.
Santosh Brivio Economist, Raiffeisen Schweiz

Wie im Vorfeld auf breiter Front erwartet, hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen unverändert auf rekordtiefem Niveau belassen. Ebenfalls unangetastet liessen die Währungshüter das Anleihenkaufprogramm. Mindestens bis zum nächsten März wird die EZB weiter Wertpapiere im Umfang von monatlich 80 Mrd. € erwerben.

Dass die Geldschleusen damit bis auf weiteres weit geöffnet bleiben, dürfte vorab an den Aktienmärkten mit gewissem Wohlwollen zur Kenntnis genommen werden, auch wenn die Euphorie über expansive Massnahmen längst verflogen ist. Denn damit die teuer bewerteten Aktien neue Ambitionen entwickeln, muss sich auch die Gewinnsituation der Unternehmen nachhaltig verbessern. Insofern liegt die Hoffnung auf der eben angelaufenen Berichtssaison zum dritten Quartal. Bei den Titeln im Euro Stoxx 50 stechen die zur Veröffentlichung anstehenden Ergebnisse von Airbus, Bank Santander oder Volkswagen heraus. Bei den SMI-Titeln veröffentlichen diese Woche neben Geberit mit Novartis, ABB und UBS drei Schwergewichte des Schweizer Leitindexes ihre Zahlen.

Weiter fortgeschritten im Veröffentlichungszyklus ist man in den USA, wo bereits rund ein Fünftel der S&P-500-Unternehmen über ihre Ergebnisse im dritten Quartal berichtet hat. Bis jetzt zeichnet sich zum ersten Mal seit fünf Quartalen wieder ein leicht höherer Gewinn ab. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, steht nicht zuletzt im Fokus der Erwägungen der amerikanischen Notenbank zum nächsten, eigentlich längst fälligen Zinsschritt.

Ein solcher wird an den Terminmärkten allerdings frühestens für kommenden Dezember erwartet, während wir sogar von einem Aufschieben ins nächste Jahr ausgehen. Klar ist auf jeden Fall, dass sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks in nächster Zeit die Aufmerksamkeit der Investoren nicht nur den Notenbanken gilt, sondern auch den Unternehmensgewinnen. Und obwohl die Ausgangslage mit den ersten Anzeichen einer möglichen Trendumkehr in den USA und der sich auf dem Erholungspfad befindlichen Eurozone schlechter sein könnte, ist weiterhin Vorsicht angebracht. Denn Unruheherde gibt es nach wie vor einige, und der SMI hat wiederholt gezeigt, dass mit verhaltenen Fundamentaldaten ein Ausbruch über die Marke von 8300 Punkten schwierig wird. Frühzeitiger Jubel über eine allfällige Jahresend-Rally ist also noch lange nicht angesagt.

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