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Noch einen langen Weg gehen

Die Maschinenbauerin Kaufmann + Vettorel AG kämpft gegen den währungsbedingten Margenzerfall und setzt auf langfristige Strategien. Die in Frauenfeld gefertigten Werkstücke kommen weltweit zum Einsatz.
Martin Sinzig
Präzisionsarbeit: CNC-Fachmann Eugen Bouvier bearbeitet mit der Fräsmaschine einen Axialdiffusor für Gasverflüssigungsturbinen. (Bild: Martin Sinzig)

Präzisionsarbeit: CNC-Fachmann Eugen Bouvier bearbeitet mit der Fräsmaschine einen Axialdiffusor für Gasverflüssigungsturbinen. (Bild: Martin Sinzig)

FRAUENFELD. Als typische Anwenderin der Zerspanungstechnik ist die Kaufmann + Vettorel AG auf die Herstellung von Wellen, Rotoren und Walzen, Gleitlagern für schnelllaufende Turbinen, Kompressoren und Pumpen sowie auf ganze Baugruppen für thermische Maschinen spezialisiert. Ihre seit 1971 aufgebaute Prozesserfahrung bringt das Unternehmen bei den Kundenaufträgen aktiv mit ein. Branchen-Know-how ist gefragt, wenn bis über zehn Metern lange Wellen hochpräzise zu fertigen sind oder wenn es um Bauteile geht, die extreme Temperaturschwankungen bestehen müssen. Wichtigste Abnehmerin ist die Energiebranche, die in Frauenfeld gefertigte Werkstücke weltweit einsetzt, zum Beispiel in der Gas- und Erdöl-Förderung.

1971 gestartet

Auch Kunden aus der Verpackungsindustrie, der Biochemie, aus dem allgemeinen Maschinenbau sowie aus der Rüstungsbranche vertrauen auf die Fertigungskompetenz der Kaufmann + Vettorel AG. Zwei Drittel bis drei Viertel ihrer Umsätze generiert sie in umliegenden europäischen Ländern, einen Viertel bis einen Drittel in der Schweiz. 1971 als Einzelfirma gestartet, beschäftigt die Maschinenbauerin heute rund 40 Mitarbeitende und vier Lehrlinge.

Trotz voller Auftragsbücher kämpft die Frauenfelder Maschinenbauerin gegen den vor allem währungsbedingten Margenzerfall. Viele kleine Schritte und Massnahmen wurden seit Mitte 2011 unternommen. «Die Optimierungen innerhalb der Organisation, im Einkauf, in Preisverhandlungen oder auch in Herstellungsprozessen haben substanzielle Ergebnisse gebracht», sagen Alexander Vettorel und Andrej Rudolf Jakovac, die beiden Hauptaktionäre des Unternehmens. Es schreibt schwarze Zahlen, doch die Margen sind immer noch zu gering, um grössere Investitionen für weiteres Wachstum zu tätigen.

«Die Stimmungslage ist ungewiss», unterstreicht Vettorel. «Wir müssen uns auf eine hohe Volatilität einstellen, dürfen aber nicht in Aktionismus verfallen.» Es gehe darum, langfristig zu planen, sich aber rasch auf neue Situationen einstellen zu können. Das sei entscheidend für den Erfolg. Die Chancen seien nach wie vor intakt. Vettorel und Jakovac verfallen nicht ins Jammern. Sie fühlen sich sehr wohl in der produzierenden Industrie. Sie wollen weiterhin auf Exzellenz setzen, Verantwortung tragen, und sie sehen sich als Vertreter einer neuen Unternehmergeneration.

Aktionariat verjüngt

In einem Alter, in dem viele eher an den nächsten Karriereschritt oder an ihr Ferienhäuschen denken, setzten sich Alexander Vettorel und Andrej Rudolf Jakovac mit unternehmerischen Herausforderungen auseinander und stiegen 2007 als Nachfolge-Generation ein. Das Unternehmen gehört seitdem den Familien Vettorel und Jakovac. Damit wurde die Nachfolgefrage auch im Verwaltungsrat gelöst. Diesem gehört nach wie vor Firmengründer Luciano Vettorel an, ebenso der Physiker und ehemalige Unternehmer Peter Kammer. Der Umstand, dass mit Bernhard Fässler seit 2001 ein engagierter und erfahrener Geschäftsführer im Unternehmen wirkt, erleichterte den Übergang.

Nachhaltiges Wachstum

«Wir haben noch einen langen Weg zu gehen», sind sich Vettorel und Jakovac bewusst. Sie haben Exzellenz und Unabhängigkeit auf ihre Fahnen geschrieben. Das galt nicht nur für die Übernahme aller Aktien, die privat und ohne Bankfinanzierung zustande kam, sondern auch für die geschäftliche Philosophie. Nicht schnelles Geld, sondern eine nachhaltige Unternehmensführung und nachhaltiges Wachstum stehen für die beiden Unternehmer im Vordergrund.

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