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Noch eine Bank in der Ostschweiz: Valiant spannt den Bogen von See zu See

Mit der Eröffnung der Filiale in St.Gallen ist die Regionalbankengruppe nun auch in der Ostschweiz präsent. Und Valiant plant noch mehr. Punkten will man unter anderem mit einem Hypothekenvergleich.
Thomas Griesser Kym
Sind bereit für die Eröffnung der Filiale St.Gallen: (von links) Geschäftsstellenleiter Pascal Studer, Regionenleiterin Adeline Düing und Valiant-Chef Ewald Burgener. (Bilder: Ralph Ribi / St.Gallen, 31. Oktober 2019)

Sind bereit für die Eröffnung der Filiale St.Gallen: (von links) Geschäftsstellenleiter Pascal Studer, Regionenleiterin Adeline Düing und Valiant-Chef Ewald Burgener. (Bilder: Ralph Ribi / St.Gallen, 31. Oktober 2019)

Auf dem Finanzplatz in der Stadt St.Gallen tummeln sich schon zahlreiche Banken. Alteingesessene wie die Kantonalbank, Raiffeisen, die beiden Grossbanken oder Acrevis, dazu die Migrosbank und die Bank Cler. Andere sind in vergangenen Jahren verschwunden, so beispielsweise die Sparad, die Bank Thorbecke, die Sydbank, die Vadian- Bank, Wegelin oder Notenstein. Dafür sind sukzessive neue Institute hinzugestossen wie die Hypo Vorarlberg, Julius Bär, das Bankhaus Jungholz, die Banque CIC, Reichmuth oder Vontobel. Und nun Valiant.

«Wir reden schon seit vielen Jahren davon, dass wir vom Bodensee bis zum Genfersee präsent sein wollen», sagt Valiant- Chef Ewald Burgener. Mit der Eröffnung der Geschäftsstelle an der Marktgasse in St.Gallen kommenden Montag wird nun die letzte Lücke dieses Bogens geschlossen. An Ort und Stelle kümmert sich ein halbes Dutzend Beschäftigte unter der Leitung von Pascal Studer um die Beratung von Privatkunden sowie von kleinen und mittleren Unternehmen in allen Finanzfragen. Klassische Schalter gibt es keine, dafür eine Reihe digitaler Services wie Videoberatung, Online-Terminvereinbarung und Selbstbedienung am Automaten und am Bildschirm.

Der Expansionsdrang ist noch nicht gesättigt

«Unsere Strategie setzt auf Expansion», sagt Burgener. Und: «Trotz Digitalisierung bleiben Geschäftsstellen wichtig.» Damit sei man nämlich in der Öffentlichkeit sichtbar, und der Valiant-Chef äussert sich überzeugt, «dass es noch wichtiger wird, näher an die Kunden zu rücken». Diese seien hybrid, wählten also je nach Bedürfnis den Eingangskanal in die Bank anders, mal per Computer oder Smartphone, mal digital in einer Geschäftsstelle, mal direkt via einen Kundenberater von Angesicht zu Angesicht.

Regionale Nummer eins

Mit einer Bilanzsumme von 28,3 Milliarden Franken ist Valiant die grösste Schweizer Regionalbankengruppe. Das Institut hat gut 1000 Mitarbeitende, davon 80 Lernende. Valiant betreibt 93 Geschäftsstellen in 13 Kantonen vom Genfer- bis zum Bodensee. Am stärksten präsent ist die Gruppe in den Kantonen Bern, Luzern und Aargau. Valiant wurde Mitte 1997 durch Fusion von drei Berner Sparkassen und Banken gegründet. (T.G.)

Von einem solch hybriden Kunden gehen auch die meisten anderen Banken aus, und bei Umbauten von Filialen schaffen sie ebenfalls Schalter ab und erweitern dafür die Automatenzone und die persönliche Beratung aus. «Wir sind aber eine der wenigen Banken, die noch neue Geschäftsstellen eröffnen», sagt Burgener. In der Ostschweiz will er es dabei nicht bei St.Gallen bewenden lassen. Am 18. November folgt die nächste neue Geschäftsstelle an der Oberen Bahnhofstrasse in Wil mit vorerst fünf Angestellten, und für 2020 sind Standorte in Frauenfeld und Rapperswil eingeplant, wie Regionenleiterin Adeline Düing sagt. Eine der wenigen anderen Banken, die ebenfalls physisch expandieren, kommt ebenfalls aus der Ostschweiz, die Bank Linth mit Sitz in Uznach (siehe Zweittext unten).

Hypothekenvergleich soll Kunden anlocken

Die Ostschweizer Platzhirsche haben sich bisher wenig beeindruckt gezeigt vom Vorstoss der beiden Regionalbanken Valiant und Linth. Dies sei ein Zeichen dafür, dass der hiesige Bankenplatz attraktiv sei, lautete der Tenor der St.Galler und der Thurgauer Kantonalbank sowie von Acrevis. Andererseits dürfte es für die Neulinge schwierig werden, Fuss zu fassen.

Valiant an der Marktgasse in St.Gallen.

Valiant an der Marktgasse in St.Gallen.

Valiant glaubt gleichwohl an sich. Um Kunden zu gewinnen, will das Geldinstitut unter anderem mit einem neuen Angebot punkten, einem Hypothekenvergleich. Dazu unterbreitet Valiant Interessenten an einer Hypothek für Wohneigentum im Rahmen der Beratung nicht nur das eigene Hypothekenangebot, sondern auch jenes von Anbietern wie Stiftungen, Versicherern und Pensionskassen. Entscheidet sich ein Kunde für eine Hypothek eines Drittanbieters, bleibt er dennoch Kunde von Valiant, die das Geschäft verarbeitet, wofür sie vom Drittanbieter bezahlt wird. Pascal Studer äussert sich sicher, dass dieses Angebot auf Anklang stossen wird. Es wird von Valiant in der Ostschweiz im Rahmen eines Pilotversuchs getestet. Je nach Erfolg sei es denkbar, dass es auf weitere Regionen ausgerollt werde, sagt Bur­gener. «Mit dem Angebot wollen wir unser Kerngeschäft stärken, die Beratung und Abwicklung von Hypotheken, und Dienstleistungserträge generieren.»

Bank Linth behagt es in Frauenfeld

Mit 20 Standorten und einem Geschäftsvolumen von 13,5 Milliarden Franken ist die in Uznach ansässige Bank Linth die grösste Regionalbank der Ostschweiz. Bis zum vergangenen Jahr war sie allerdings auf die Regionen Linthgebiet, Zürichsee, Sarganserland, Ausserschwyz und Winterthur konzentriert. Im Norden des Kantons St.Gallen oder im Thurgau suchte man sie vergebens.

Seit Ende Mai 2018 aber ist das anders. Damals hat die Bank Linth, ermutigt durch Erfolge der Filiale Winterthur, im Zentrum Frauenfelds einen Beratungsstandort eröffnet. Nach gut einem Jahr wurde das Kernteam von zwei auf drei Kundenberater aufgestockt. Mit der Entwicklung des Standorts zeigt sich die Bank-Linth-Sprecherin Marlène Frey «sehr zufrieden». Man habe viele positive Rückmeldungen bestehender und neuer Kunden aus dem ganzen Thurgau erhalten, und man ziehe «überraschend viele Kunden an, die eher zufällig zu uns kommen, also noch nicht Stammkunden sind». Frey: «Das Konzept kommt offenbar an.» Dieses verbindet digitale Services mit persönlicher Beratung.

Drei Jahre bis zu
schwarzen Zahlen

In der Zwischenzeit hat die Bank Linth in Meilen am Zürichsee einen weiteren Beratungsstandort nach dem Vorbild Frauenfelds eröffnet. Für den Thurgauer Standort rechnet das Geldinstitut laut Frey nach wie vor damit, drei Jahre nach der Eröffnung schwarze Zahlen zu schreiben. Weitere Standorte in der nördlichen Ostschweiz könnten ein Thema werden, sofern Lage und Marktpotenzial stimmen. Auch Valiant hält die Augen weiter offen. Bankchef Ewald Bur­gener sagt, neben St.Gallen, Wil, Frauenfeld und Rapperswil seien nochmals ein oder zwei Standorte möglich. (T. G.)

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