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Nigeria gibt Währung Naira frei

Wegen des tiefen Ölpreises und Produktionsausfällen als Folge von Unruhen muss die Zentralbank Nigerias den festen Wechselkurs zum Dollar aufgeben.
Christian Mihatsch

ABUJA. Ab Montag unterliegt der Kurs der nigerianischen Währung Naira wieder den Marktkräften. Die nationale Zentralbank hat angekündigt, die Koppelung an den Dollar aufzugeben. Nach Russland, Kasachstan und Angola wertet damit ein weiterer Ölexporteur seine Währung ab. Derzeit beträgt der feste Wechselkurs 199 Naira pro Dollar. An den Future-Märkten liegt der Kurs aber bei 300 Naira, und auf dem Schwarzmarkt kostet ein Dollar 370 Naira. Für die 175 Millionen Nigerianer bedeutet das: Einerseits werden Importe deutlich teurer, andererseits dürfte damit der Mangel an alltäglichen Waren behoben sein. Um den Wechselkurs zu verteidigen, musste die Zentralbank in den letzten Monaten Dollar rationieren. Ausserdem galten Kapitalverkehrskontrollen.

Die Märkte haben die Nachricht positiv aufgenommen: An der nigerianischen Börse stiegen die Aktienkurse um 3%. Ausserdem stiegen die Preise für nigerianische Staatsanleihen (in Dollar), so dass ihre Rendite fiel. Die Freigabe des Wechselkurses sei «wohl das Beste, worauf die Märkte hoffen konnten», sagte Ridle Markus von Barclays gegenüber der Agentur Bloomberg. Die Zentralbank äusserte die Hoffnung, dass sich der Kurs der Naira mittelfristig bei 250 Naira pro Dollar einpendeln wird.

Devisenreserven nehmen ab

Der feste Wechselkurs war erst im März 2015 eingeführt worden, und die Regierung hatte noch vor zwei Wochen gesagt, dass die Koppelung bleibe. Doch das wirtschaftliche Umfeld hat sich immer mehr eingetrübt: Im 1. Quartal 2016 ist Nigerias Wirtschaft um 0,4% geschrumpft. Die Inflation beträgt über 15%. Um den Wechselkurs zu verteidigen, musste die Zentralbank immer mehr Devisenreserven verkaufen; seit Jahresbeginn sind sie um 10% geschrumpft.

Umstrittene Ölförderung

Grund für Nigerias Probleme ist der Ölpreis und die wieder aufflammenden Unruhen im Nigerdelta, wo das Öl gefördert wird. Öl hat in den letzten beiden Jahren über die Hälfte an Wert verloren und kostet derzeit rund 50 $ pro Fass. Im Januar waren es gar nur 30 $. Ein Grund für den jüngsten Preisanstieg liegt auch in Nigeria: Dort greifen Rebellen Ölinstallationen des Landes an. Daher ist Nigerias Ölproduktion von 2,2 Mio. auf 1,5 Mio. Fass pro Tag gefallen. Hauptkritikpunkte von Rebellen wie den Niger Delta Avengers sind die Verteilung der Öleinnahmen und die Umweltverschmutzung: Allein der Ölkonzern Shell hat über 1600 Lecks in den letzten zehn Jahren zugegeben. Das entzieht Volksgruppen wie den Ogoni, die Landwirtschaft und Fischfang betreiben, die Lebensgrundlage.

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