Niemand will TEL Solar übernehmen

Das Ende von TEL Solar in Trübbach per Ende Jahr ist besiegelt. Trotz intensiver Bemühungen – gar unter Mithilfe des Kantons – wurde kein Käufer für das Unternehmen oder Teile davon gefunden. 240 von einst rund 300 Leuten wurde bereits gekündigt.

Heini Schwendener
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Ende Jahr wird TEL Solar in Trübbach definitiv geschlossen. (Bild: ky/Arno Balzarini)

Ende Jahr wird TEL Solar in Trübbach definitiv geschlossen. (Bild: ky/Arno Balzarini)

TRÜBBACH. Fast genau vor einem Jahr gab der japanische Konzern Tokyo Electron bekannt, er werde sich aus dem Photovoltaikgeschäft zurückziehen und das Werk TEL Solar in Trübbach mit seinen rund 300 Beschäftigten per Ende 2014 schliessen. Ein Hoffnungsschimmer blieb: Die Japaner hätten TEL Solar oder auch nur Teile davon verkauft, um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten. Drei Tage später wurde diese Hoffnung erstmals genährt. Medien vermeldeten, TEL Solar werde bereits von möglichen Käufern umworben. Nichts als Zeitungsenten? Mitnichten.

Es gab Interessenten

Die Leitung des Unternehmens führte in der Folge etliche, teils auch vielversprechende Gespräche. Allerdings mit dem stets gleichen Resultat: Keiner der potenziellen Investoren war bereit, die hochqualifizierte Belegschaft oder Teile davon zu übernehmen. Und selbst die teuren Anlagen werden jetzt, wo das Ende der Produktion besiegelt ist, lediglich zum Materialwert abtransportiert. «Auch das ist ein harter Schlag, wenn man bedenkt, wie viel Entwicklungsarbeit in ihnen steckt», sagt Personalchef Bernhard Kolb.

Regierung bot Hilfe an

Am Tag der ersten Massenentlassung von rund 100 Leuten vor einem Jahr hatte der damalige St. Galler Regierungschef Benedikt Würth verlauten lassen: «Wir können es nicht akzeptieren, dass hier in Trübbach einfach der Stecker gezogen wird.» Er sicherte dem Unternehmen zu, bei der Suche nach Käufern behilflich zu sein.

Warum liess sich also letztlich doch kein Käufer finden? Bernhard Kolb machte die Erfahrung: «Das Interesse an unserem Know-how im Bereich der Dünnfilm-Technologie war zwar vorhanden. Weil aber kein Käufer die Möglichkeit sah, dieses innerhalb eines Jahres auf seine eigenen Bedürfnisse in ein marktfähiges Produkt übertragen zu können, scheiterte eine Übernahme sehr oft.» Die Spezialisten des Wartauer Unternehmens blieben damit auf der Strecke.

60 bis 80 Leute verbleiben

Nun beendet TEL Solar also die Suche nach einem Käufer. Die dritte Entlassungswelle im Dezember 2014, als noch einmal rund 120 Kündigungen ausgesprochen wurden, hat diesen Entscheid eigentlich bereits vorweggenommen. Derzeit stehen noch 160 Mitarbeiter auf der Lohnliste von TEL Solar. Bernhard Kolb schätzt, dass es ab April weltweit höchstens noch etwa 100 von einst 400 sein werden. In Trübbach werden noch 60, maximal 80 Mitarbeiter übrig bleiben. Doch auch ihre Anstellung bei TEL Solar wird im Verlauf des Jahres zu Ende gehen.

Russland und Serviceauftrag

Die nächste Entlassungswelle betrifft jene Mitarbeiter, die voraussichtlich bis Mitte Jahr ihren Auftrag für einen Grosskunden in einer Fabrik in Russland abschliessen werden. Ende Jahr werden die Lichter in Trübbach dann definitiv gelöscht. Dann werden auch jene Mitarbeiter ihre Stelle verlieren, die derzeit noch eine Serviceorganisation für Kunden betreiben.

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