Niederlage für Lindts Goldbären

Im Disput mit dem deutschen Gummibärchenhersteller Haribo hat der Schweizer Schokoladehersteller Lindt & Sprüngli vor Gericht den kürzeren gezogen.

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Lindt Teddy

Lindt Teddy

KILCHBERG/KÖLN. Auf Antrag des Bonner «Goldbären»-Herstellers Haribo hat das Kölner Landgericht gestern die weitere Verbreitung des in Goldfolie eingewickelten Schoggibären von Lindt & Sprüngli untersagt. Der «Lindt-Teddy» verstosse gegen die eingetragene deutsche Wortmarke «Goldbären», die Haribo gehört. Die Ausgestaltung des «Lindt-Teddys» sei «nichts anderes als die bildliche Darstellung des Wortes Goldbär», stützten die Richter die Sichtweise Haribos.

Bis zur letzten Instanz

Konsumenten brauchen aber vorläufig nicht auf die «Lindt-Teddys» zu verzichten. Denn beide Unternehmen haben sich bereits vor dem Urteil aussergerichtlich darauf verständigt, dass Lindt & Sprüngli den Schoggibären bis zu einem letztinstanzlichen Urteil des Bundesgerichtshofes weiter verkaufen darf. In nächster Instanz beruft Lindt & Sprüngli am Oberlandesgericht Köln.

Bär und Hase

Haribo hatte bemängelt, der Anblick des «Lindt-Teddys» als «verkörperter Goldbär» mit roter Schleife stelle unweigerlich eine Verbindung zu Haribo her. Lindt konterte, die Aufmachung seines Schoggibärs orientiere sich am «Goldhasen», den Lindt seit vielen Jahren an Ostern verkauft. Auf die Bezeichnung «Goldbär» oder «Goldteddy» wurde Lindt & Sprüngli zufolge bewusst verzichtet. Auch ähnelten sich der Schoggibär und die Gummibärchen nicht, geschweige denn seien sie austauschbar, und die Konsumenten könnten sehr wohl zwischen Schoggi und Fruchtgummi unterscheiden.

Goldener Bär gleich «Goldbär»

Die Kölner Richter gaben dennoch Haribo Recht. Aus Konsumentensicht laute der nächstliegende Name für den in goldene Folie gewickelten Schoggibären schlicht «Goldbär» – gerade auch wegen der Bekanntheit der Haribo-Gummibärchen.

Mit dem Versuch, den «Goldhasen» ohne Schriftzug als Marke eintragen zu lassen, war Lindt übrigens letzten Mai am Europäischen Gerichtshof gescheitert. (red.)

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