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«Nicht zu Opfern machen»

Was brauchen Menschen, um ihre Chancen in der künftigen Arbeitswelt zu nutzen? Diese und weitere Fragen hat das «Public Forum» im Nachgang zum 48. St. Gallen Symposium diskutiert.
Martin Sinzig
Die Arbeitswelt von morgen ist auch am Public Forum in St. Gallen ein heiss diskutiertes Thema: Moderator Urs Gredig und die beiden Professoren Patrick Emmenegger und Peter Hettich im Gespräch (von links). (Bild: Urs Bucher)

Die Arbeitswelt von morgen ist auch am Public Forum in St. Gallen ein heiss diskutiertes Thema: Moderator Urs Gredig und die beiden Professoren Patrick Emmenegger und Peter Hettich im Gespräch (von links). (Bild: Urs Bucher)

Was bleibt vom 48. St. Gallen Symposium? Einen knappen Monat nach dem Anlass, der Studierende und Entscheidungsträger aus der ganzen Welt an der Universität St. Gallen zusammengeführt hatte, wurde Rückschau gehalten. Als Plattform dazu diente erstmals ein «Public Forum». Dieses beschäftigte sich erneut mit der Frage, was geschieht, wenn die «klassische» Berufsarbeit durch Maschinen und künstliche Intelligenz abgelöst oder verändert wird.

«Die Arbeit wird uns auch in Zukunft nicht ausgehen», nahm Patrick Emmenegger, Professor für Politikwissenschaften an der Universität St. Gallen, vorweg. Er präsentierte seine Thesen vor rund 180 Zuhörerinnen und Zuhörern, darunter Vertreter der regionalen Wirtschaft, Studierende der St. Galler Hochschulen und das studentische Team der 30 Kongressorganisatoren.

Den Verlierern helfen?

Vor allem die Prämisse, viele Menschen würden in der künftigen Arbeitswelt unter Druck kommen, befeuerte den kurzen, zweistündigen Dialog. Zwar sei nicht klar, welche Arbeitsplätze entstehen würden, doch den Verlierern müsse geholfen werden, forderte Emmenegger. Einerseits müsse die Berufsbildung stärker gewichtet werden, andererseits gelte es, angesichts immer flexiblerer Arbeitsformen ein stabiles soziales Sicherheitsnetz zu bieten.

Für Peter Hettich, Professor für öffentliches Wirtschaftsrecht an der Universität St. Gallen, offenbarte das jüngste St. Gallen Symposium den Gegensatz zwischen Optimisten und Pessimisten. Er äusserte sich dezidiert als Kritiker von Menschen mit grossen Plänen, die grosse Wagnisse forderten oder Verzicht predigten, ohne die eigene Haut zu riskieren. Hettich plädierte für einen rationalen Optimismus, ohne die Herausforderungen der künftigen Arbeitswelt zu leugnen. Der Menschheit und ihrer Fähigkeit, eigene Spielregeln zu schaffen, traue er durchaus zu, anstehende Probleme zu lösen. Besonders die junge Generation werde in der Lage sein, das zu tun, sagte er.

Demgegenüber äusserte Emmenegger Sorgen darüber, dass es schwieriger werde, junge Menschen in die Berufsbildung zu integrieren. Die Grundidee eines Sicherheitsnetzes für die Verlierer des Wandels hielt er für prüfenswert, das Modell eines Grundeinkommens beurteilte er hingegen skeptisch.

Verunsicherung ist vorhanden

Konkreter wurde die Debatte im anschliessenden, um weitere Bildungs- und um Wirtschaftsvertreter erweiterten Podium. Die 1,7 Millionen Lastwagenchauffeure, die in den USA dereinst durch autonome Fahrzeuge ihre Arbeit verlieren könnten, würden ihr Schicksal am besten selber in die Hand nehmen und eigene Entscheidungen treffen, forderte Hermann Arnold, Gründer und Verwaltungsratspräsident des Software-Unternehmens Haufe-umantis AG. «Wenn wir sie zu Opfern machen, dann haben wir verloren.»

Viel Verunsicherung ortete Marianne Janik, Geschäftsführerin von Microsoft Schweiz, bei jungen Menschen. Viele hätten ein Gefühl der Unzulänglichkeit, während andere vor Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten strotzten. Unternehmen täten deshalb gut daran, sich auf beides einzustellen und als Arbeitgeber Möglichkeiten für beide Gruppen anzubieten.

Die Chancen und die Gefahren neuer Technologien machten den Dialog immer wichtiger, bekräftigte Katrin Eggenberger, Chief of Staff beim World Economic Forum. Auch wenn Roboter schlauer und besser als Menschen würden, gebe es vieles, was sie nicht könnten, zum Beispiel Empathie und Liebe zu entwickeln. Pflegerische Tätigkeiten, wo diese Fähigkeiten gefragt seien, könnten eine positive Wende bringen.

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