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Nicht aufgeben – lieber die Perspektive wechseln

Ob wirtschaftlich, philosophisch oder technisch: Am Schweizer KMU-Tag in St. Gallen sind auf vielfältige Weise neue Blickwinkel gesucht worden.
Thorsten Fischer
Am Schweizer KMU-Tag diskutierten Wilhelm Schmid, Christa Rigozzi und Bea Knecht (von links). (Bilder: Ralph Ribi (St. Gallen, 28. Oktober 2016))

Am Schweizer KMU-Tag diskutierten Wilhelm Schmid, Christa Rigozzi und Bea Knecht (von links). (Bilder: Ralph Ribi (St. Gallen, 28. Oktober 2016))

Den Namen des Online-Fernsehportals Zattoo würden sehr viele wohl voreilig in trendigem Englisch aussprechen. Doch die Moderatorin des Schweizer KMU-Tags, Christa Rigozzi, forschte bei Bea Knecht, der Präsidentin von Zattoo, nach – und siehe da: Man spricht den Firmennamen japanisch aus, also ähnlich, wie man es auf Deutsch lesen würde. «Zattoo» bedeutet auf Japanisch «eine grosse Menge Leute». Und genau diese will das in der Schweiz gegründete und europaweit expandierende Fernsehportal ansprechen. Schon dieses Beispiel illustrierte, dass ein kleiner Wechsel der Perspektive die Dinge in einem anderen Licht erscheinen lässt. Der diesjährige KMU-Tag in der vollbesetzten Olma-Halle widmete sich ausdrücklich solchen Perspektivenwechseln.

Möglichkeiten gibt es viele

Der aktuellen technologischen Entwicklung war es geschuldet, dass viele dieser neuen Blickwinkel etwas mit der Digitalisierung zu tun hatten. Weil das Thema die Klein- und Mittelunternehmen (KMU) in wachsendem Mass beschäftigt, war es interessant zu erfahren, welche Erkenntnisse Bea Knecht beim Aufbau der Firma und der Marke Zattoo gemacht hatte. Eine Besonderheit des Internets: Es besteht die Möglichkeit, dem Kunden das Produkt gratis zur Verfügung zu stellen, wie Knecht erläuterte. «95 Prozent der Zattoo-Nutzer schauen gratis – finanziert durch Kanalwechselwerbung.» Das erzeuge 75% des Umsatzes. Jene 5 Prozent der Nutzer, die bezahlen, liefern 25% des Umsatzes. Auch für das prägnante Zattoo-Logo nutzte die Präsidentin neue Wege: Den Auftrag schrieb das Unternehmen, das heute in Zürich, Berlin und den USA 75 Fachkräfte beschäftigt, im Internet aus. Zum Zug kam ein Grafiker im entfernten Mittelamerika.

Wenn Pläne nicht aufgehen, dann genüge es nicht, nur die Pläne anzupassen, betonte sie. «Auch die Firma muss sich verändern, möglicherweise in allen Bereichen.» Was gleichzeitig zum Rat führte: «Nicht aufgeben, ohne versucht zu haben, die Firma anzupassen.»

Der Philosoph Wilhelm Schmid unterstrich ebenfalls, dass es privat und als Firma wichtig sei, immer mal wieder einen anderen Blickwinkel einzubeziehen. Obwohl dies naheliegend ist, fällt es vielen doch schwer. Schmid illustrierte das humorvoll und eindrücklich am Beispiel des Verkehrs. Für Autofahrer wäre die Welt einfacher, wenn es keine Velofahrer gäbe, auf die man achten muss. Steigt man aufs Velo um, stört man sich umgehend an den Autos, und als Fussgänger sieht die Welt nochmals anders aus. «Jeder sieht die Welt auf seine Sicht. Aber eben: Wir sehen nicht alles.»

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