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Neues Rollmaterial tut not: Stadler kann erneut die Zentralbahn beliefern

Die Zentralschweizer Bahngesellschaft will beim Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Züge für rund 100 Millionen Franken bestellen. Los geht es auch mit der Arbeit im brandneuen Stadler-Werk in Amerika.
Thomas Griesser Kym
Rollmaterial der Zentralbahn. (Bild: PD)

Rollmaterial der Zentralbahn. (Bild: PD)

Pannenanfällige 30 Jahre alte Loks des Luzern-Engelberg-Expresses und nun auch noch Risse an neun Wagen: Die Zentralbahn kämpft mit Altersschwächen ihres Rollmaterials. Dem will die Bahngesellschaft nun so rasch als möglich abhelfen: Bis 2022 und damit fünf bis acht Jahre früher als ursprünglich geplant will die Zentralbahn neues Rollmaterial beschaffen und dafür rund 100 Millionen Franken investieren.

Zum Zug kommt der Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer Stadler, der die Zentralbahn schon in der Vergangenheit mehrmals beliefert hat. Geplant ist, bei Stadler zwei Reisezüge des Typs Adler zu bestellen sowie eine noch zu definierende Anzahl Kompositionen des Typs Fink. Gibt die Zentralbahn tatsächlich etwa 100 Millionen aus, dürfte dies auf rund ein halbes Dutzend Fink-Kompositionen hinauslaufen.

Stadler ist bei der Zentralbahn gut bekannt

Beide Typen stehen bei der Zentralbahn bereits im Einsatz: Im Herbst 2009 bestellte sie bei Stadler für 140 Millionen Franken vier siebenteilige Adler- und sechs dreiteilige Fink-Züge. Bei beiden Typen handelt es sich um elektrische Zahnrad- und Adhäsionstriebzüge. Während die Adler als Interregio zwischen Luzern und Interlaken Ost verkehren, sind die Fink-Züge in erster Linie als S-Bahnen unterwegs. Im Herbst 2014 doppelte die Zentralbahn nach und orderte bei Stadler weitere fünf Fink-Züge für 53 Millionen.

Die neuen Adler, welche die Zentralbahn nun bestellen will, sollen 2022 die veralteten Luzern-Engelberg-Expresszüge ablösen. Bis dahin muss sich die Zentralbahn mit Notsanierungen behelfen. Die alten Loks und die noch fahrtüchtigen Wagen will man als Saison- und Extrazüge weiter nutzen, bis 2030 auch dieses Rollmaterial ausgemustert wird.

Erfolg mit asiatischen Besuchern

Über die Beschaffung des neuen Rollmaterials bei Stadler entscheiden die Zentralschweizer Kantone und der Bund. Uneins sind sich die Beteiligten noch über die exakte Anzahl Fink-Kompositionen. Bis Ende Jahr soll ein Entscheid vorliegen.

Mit dem neuen Rollmaterial will sich die Zentralbahn nicht nur modernisieren, sondern auch dem steigenden Kapazitätsbedarf Rechnung tragen: Vergangenes Jahr beförderte sie erstmals mehr als 10 Millionen Passagiere. Zum Vergleich: 2013 waren es erst 7,4 Millionen. Das Unternehmen ist stark ausgerichtet auf den Pendler- und den Freizeitverkehr und wächst zudem kräftig bei der Beförderung von Feriengästen aus Asien.

In den USA rollt die Arbeit an

In den USA macht Stadler nun erstmals Gebrauch von seinem brandneuen Montagewerk in Salt Lake City im Staat Utah. Vergangene Woche sind die ersten Wagenkasten angekommen, die für die Produktion der elektrischen Doppelstöcker des Typs Kiss verwendet werden, die Stadler an die Bahngesellschaft Caltrain verkauft hat. Caltrain wird diese 16 sechsteiligen Triebzüge im Pendlerverkehr zwischen San Francisco und San Jose durch das Silicon Valley in Kalifornien einsetzen.

Die Wagenkasten hat Stadler im Werk Altenrhein in der Ostschweiz hergestellt und in die USA verschifft. Wegen des «Buy America Act» muss Stadler 60 Prozent der Wertschöpfung in den USA erbringen, weshalb die Caltrain-Züge im Werk in Utah montiert und kommissioniert werden. Der Auftrag hat einen Wert von 551 Millionen Dollar und umfasst eine Option auf zusätzliche 96 Wagen im Wert von 385 Millionen Dollar.

Wagenkasten aus Altenrhein warten darauf, in Stadlers Fabrik in Utah gerollt zu werden. (Bild: PD)

Wagenkasten aus Altenrhein warten darauf, in Stadlers Fabrik in Utah gerollt zu werden. (Bild: PD)

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