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Panalpina erhält neues Angebot von DSV und verhandelt mit Firma aus Kuwait

Inmitten mehrerer Übernahmeversuche durch die dänische DSV verhandelt der Basler Logistikkonzern mit einer kuwaitischen Firma über eine Zusammenarbeit.
Philipp Felber
Logo am Panalpina-Hauptsitz in Basel. (Bild: Christian Beutler/Keystone (5. September 2013))

Logo am Panalpina-Hauptsitz in Basel. (Bild: Christian Beutler/Keystone (5. September 2013))

Wird Panalpina verkauft, bleibt der Logistikkonzern eigenständig oder kauft er gar selber andere Firmen auf? Drei Szenarien, die derzeit fast täglich in der Reihenfolge der Plausibilität wechseln. Panalpina ist nun selber aktiv geworden und verkündete, dass sie mit der kuwaitischen Agility zusammenarbeiten will.

Erst vergangene Woche gab die Zuger Ernst-Göhner-Stiftung, Hauptaktionärin von Panalpina und mit zwei Vertretern im Verwaltungsrat, bekannt, dass sie ein Übernahmeangebot des dänischen Konkurrenten DSV nicht akzeptieren will. Das Angebot lag bei 170 Franken pro Aktie. Gesamtwert: rund 4 Milliarden Franken.

Höheres Angebot und Zugeständnisse

Der Börsenwert brach nach der Absage der Stiftung in der vergangenen Woche zusammen, nun kommt wieder Bewegung in die Sache. Klar ist: ohne die Stiftung geht bei Panalpina nichts. Das hat auch damit zu tun, dass für Aktionäre – ausser für die Ernst-Göhner-Stiftung – eine Beschränkung der Stimmrechte auf 5 Prozent gilt.

Kurze Zeit nach der Ankündigung von Panalpina teilte DSV mit, dass sie das eigene Übernahmeangebot um 10 Franken auf 180 Franken erhöht. Das revidierte Angebot wurde als Reaktion auf das Feedback von Panalpina erstellt, hiess es in einer ­Mitteilung von DSV. Das neue Angebot ist, anders als das vom vergangenen Monat, ein reines Barangebot. Im Januar boten die Dänen noch eine Mischung aus Aktien und Bargeld. Zudem enthalte das Angebot «bestimmte Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitenden von Panalpina und dem Panalpina-Erbe», wie es weiter heisst. DSV macht also weitere Zugeständnisse. Solche, die auch der Ernst-Göhner-Stiftung gefallen könnten.

Die Stiftung wollte das Angebot von DSV und die mögliche Kooperation mit Agility gestern nicht kommentieren. Bisher hat die Stiftung aber die Haltung vertreten, dass Panalpina eine eigenständige Firma bleiben soll. Das Rennen um die Zukunft von ­Panalpina ist also neu lanciert.

Dies dürfte im Interesse der anderen Aktionäre sein. Diese Woche hat mit Artisan ein grosser Panalpina-Aktionär in einer öffentlichen Mitteilung an den Verwaltungsrat gefordert, dass man das DSV-Angebot genau prüft, egal was die mächtige Ernst-Göhner-Stiftung sagt. Die Börse reagierte auf die Ankündigungen von Panalpina und DSV jedenfalls erfreut.

Agility-Logistiksparte mit Hauptsitz in Baar

Agility hatte niemand so richtig auf dem Schirm, wenn es um die Zukunft von Panalpina ging. Obwohl der kuwaitische Konzern seinen Europasitz nur gerade zwei Kilometer entfernt vom Panalpina-Hauptsitz in Basel hat. Agility übernahm in der Schweiz die Firma Natural. Zudem ist die Logistiksparte von Agility in Baar zu Hause. Man kennt sich also. Ursprünglich gegründet wurde das Unternehmen als kuwaitischer Staatskonzern. Mit rund 20 Prozent ist heute die kuwaitische Sozialversicherung ein grosser Aktionär.

Agility und Panalpina haben angekündigt, dass man Möglichkeiten für eine Partnerschaft diskutiert. Was das konkret heisst, wurde nicht kommentiert. Agility beschäftigt weltweit rund 22'000 Mitarbeiter und ist in der Sparte Wasser-, Luft- und Strassentransport tätig. Die Firma machte 2017 umgerechnet rund 4,6 Milliarden Franken Umsatz. Zum Vergleich: Panalpina erzielte 2017 einen Umsatz von 5,5 Milliarden Franken und beschäftigt rund 14'500 Mitarbeiter. Die Börsenkapitalisierung der beiden Firmen ist mit rund 3,7 Milliarden Franken vergleichbar.

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