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Neuer Syngenta-Präsident steht für Verschlankung

Bei Syngenta kommt es zu einem Wechsel an der Spitze. Auf den bisherigen Verwaltungsratspräsidenten Jianxin Ren folgt Ning Gaoning, ein in China auch politisch einflussreicher Unternehmer.
Felix Lee
Ning Gaoning neuer Verwaltungsrat bei Syngenta. (Bild: Getty)

Ning Gaoning neuer Verwaltungsrat bei Syngenta. (Bild: Getty)

Nun ist es also amtlich. Ning Gaoning ist nun auch Verwaltungschef von Syngenta. Auf einer ausserordentlichen Generalversammlung wählten ihn die Verwaltungsratsmitglieder des Basler Agrochemiekonzerns am Montag zu ihrem Präsidenten. Der 59-Jährige folgt damit dem bisherigen ChemChina-Gründer Ren Jianxin, unter dessen Ägide ChemChina vor einem Jahr Syngenta übernommen hat. Ning ist allerdings auch Chef von Sinochem, der bisherigen Konkurrenz von ChemChina.

Bis heute haben beide chinesischen Staatsunternehmen ihren Zusammenschluss nicht offiziell bestätigt. Das Wirtschaftsmagazin «Caixin» hatte Anfang Juli berichtet, dass eine Zusammenführung der beiden Riesen zu einem Weltmarktführer in der Industrie-Chemie unmittelbar bevorstehe. Auch die «Financial Times» berichtete darüber, will zudem herausgefunden haben, dass die chinesische Führung beide Unternehmen dazu gebracht habe. ChemChina soll sich wegen der Rekordübernahme von Syngenta in Höhe von über 43 Milliarden verhoben haben.

«Frank» zählt heute zu den einflussreichsten im Land

Weder der bisherige ChemChina-Chef Ren noch Sinochem-Chef Ning sollen begeistert von dieser Entscheidung gewesen sein. Ning, der sich mit Vornamen auch «Frank» nennt, gilt als einer der einflussreichsten Wirtschaftsführer Chinas, unternehmerisch wie auch politisch.

Geboren in der Provinz Shandong, studierte er unter anderem an der renommierten Katz School of Business an der Universität Pittsburgh in den USA. Er war mehrere Jahre führend tätig bei China Ressources, einem chinesischen Mischkonzern, der von der Herstellung von Nahrungsmitteln über Logistik, in der Petrochemie bis hin zum Einzelhandel und dem Immobiliengeschäft in so ziemlich allen Bereichen tätig ist. Später war Ning Vorsitzender der staatlichen Getreide- und Nahrungsmittelgesellschaft Cofco. Mit Mischkonzernen kennt er sich also aus. Fünfmal listete ihn die Zeitschrift «Chinese Entrepreneur» als einen der 25 einflussreichsten Wirtschaftsführer der Volksrepublik.

Mit dem neuen Chef einher geht ein Kurswechsel

Doch auch politisch hat Ning viel zu sagen. Im November 2012 wurde er beim Volkskongress der Kommunistischen Partei zum Mitglied der Zentralkommission für Disziplinkontrolle gewählt. Die Kommission steht ausserhalb des chinesischen Justizsystems und ist seit der Regierungszeit von Staats- und Parteichef Xi Jinping zu einem der mächtigsten Gremien der Volksrepublik geworden. Xi hat Korruptionsbekämpfung zur Chefsache erklärt. Ning verfügt also über beste Kontakte zum Staatspräsidenten.

Dass Ning nun sowohl Chef von Sinochem bleibt, zugleich aber Verwaltungsratspräsident von ChemChina und damit auch Syngenta geworden ist, weist darauf hin, dass er sich im Machtkampf mit dem bisherigen ChemChina-Chef Ren Jianxin durchsetzen konnte. Beide mögen sich untereinander nicht. Ren hatte vor einem Jahr noch beteuert, er «verabscheue» es, ein von ihm errichtetes Unternehmen zu verlassen. Ning wiederum soll sich mehrfach abfällig über die angeblich zu hohe Verschuldung und die komplexe Struktur von ChemChina geäussert haben. Für Ning dürfte aus Sicht der chinesischen Führung auch gesprochen haben, dass Sinochem mit 50000 Mitarbeitern deutlich schlanker ist als ChemChina mit rund 140000 Mitarbeitern. Sinochem hat jedoch zuletzt einen Umsatz von 60 Milliarden Dollar eingefahren, der bisherige Konkurrent lediglich rund 45 Milliarden. Nicht einberechnet war darin jedoch der Umsatz, der mit der Übernahme von Syngenta hinzugekommen ist.

Mit Ning Gaoning an der Spitze von ChemChina und Syngenta dürfte auch ein neuer Kurs eingeschlagen werden, nämlich der der Verschlankung.

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