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57 Lokomotiven: Stadler erhält erstmals einen Auftrag aus Neuseeland

Für 228 Millionen Euro (244 Millionen Franken) liefert Stadler 57 Streckenlokomotiven an Kiwi Rail. Es ist dies eine Premiere für den Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer auf dem australisch-ozeanischen Kontinent.

Thomas Griesser Kym
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Visualisierung der Stadler-Diesellok für Neuseeland.

Visualisierung der Stadler-Diesellok für Neuseeland.

Bild: PD

Stadler hat mit der neuseeländischen Kiwi Rail einen Rahmenvertrag und einen ersten Lieferabruf unterzeichnet. Demnach wird Stadler 57 Streckenlokomotiven entwickeln und herstellen. Kiwi Rail ist ein staatliches Unternehmen der neuseeländischen Regierung, das für das nationale Schienennetz zuständig ist und den neuseeländischen Schienengüterverkehr sowie Fährdienste zwischen den Inseln betreibt.

Im Rahmen des Vertrags wird Stadler hochmoderne Co’Co’-Schmalspurlokomotiven liefern. Diese werden von Kiwi Rail im Güter- und im Personenverkehr eingesetzt, vor allem auf der neuseeländischen Südinsel mit ihrer anspruchsvollen Streckentopografie. Die Dieselloks werden laut Stadler die neuste europäische Abgasnorm (Stufe V) erfüllen. Das verringere die Stickoxid- und Partikelemissionen erheblich und optimiere die Verbrennung, was den Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen senke.

Stadler hofft auf weitere Aufträge aus Neuseeland

Greg Miller, Chef der Kiwi Rail Group, sagt, die Lokomotiven stünden für eine neue Ära der Eisenbahn in Neuseeland. «Die 57 Lokomotiven werden unsere Südinselflotte ersetzen, die ein Durchschnittsalter von 47 Jahren aufweist.» Stadlers Loks seien umweltfreundlicher und leistungsfähiger, was Kiwi Rail einen zuverlässigeren Service ermögliche. Man werde mehr Güter der Südinsel Neuseelands von der Strasse auf die Schiene bringen. Die emissionsarmen Loks seien auch ein wichtiger Schritt im Rahmen des Plans von Kiwi Rail, bis 2050 emissionsneutral zu sein.

Die ersten neuen Loks, die von Stadlers spanischer Tochter Stadler Valencia gefertigt werden, sollen im Jahr 2024 an der Ostküste der neuseeländischen Südinsel verkehren. Der stellvertretende Stadler-Chef Ansgar Brockmeyer sagt, man setze sich für «eine langfristige Partnerschaft mit Kiwi Rail» ein. Will heissen: Stadler hofft auf weitere Aufträge aus Neuseeland, und dies auch mit anderen Schienenfahrzeugen.

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