Neuer Anlauf im Kampf gegen Überfischung

Mit einer grundlegenden Reform ihrer Fischereipolitik will die EU-Kommission die Überfischung stoppen.

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Brüssel. Ohne Reform werden «unsere Kinder Fische nur noch aus Büchern kennen und nicht mehr auf dem Teller haben». Das sagte gestern Maria Damanaki. Laut der EU-Fischereikommissarin hat das EU-System der Fangquoten versagt. 75% der Fischbestände in Europa seien überfischt. Die Quoten, welche die Minister jeweils unter sich ausgehandelt haben, lagen teils bis zu 50% höher über dem, was die Wissenschaft als nachhaltig erachtet.

Ab 2015 soll nur noch so viel gefischt werden, wie es sich mit dem Nachwachsen der Bestände verträgt und langfristig hohe Erträge sichert. Dazu will die EU mehrjährige Höchstmengen festlegen. Basis der Berechnungen wäre der «höchstmögliche Dauerertrag».

Verboten werden soll der Rückwurf von Beifang über Bord, der auf 23% der Fangmenge geschätzt wird. Fischer sollen verpflichtet werden, alle kommerziell genutzten Arten, die sie fangen, an Land zu bringen. Ferner will die EU Aquakulturen und Fischzucht fördern. Ab 2014 will die EU zudem ein Kontingentsystem. Schiffe mit einer bestimmten Mindestgrösse und alle Schiffe mit Schleppgerät erhalten Fanganteile, die sie innerhalb ihres Staates verpachten oder tauschen können. – Es ist zu erwarten, dass sich vor allem Spanien und Frankreich gegen eine radikale Reform wenden. (mt.)