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Neue Plattform will das bessere Alibaba für Geschäftspartner werden

Bei Amazon oder Alibaba sind Bestellungen von Privatpersonen alltäglich. Nicht so von Firmen. Die Onlinevermittlung von Business-to-Business-Geschäften steckt noch immer in den Anfängen. Ein Zusammenschluss zweier Akteure verspricht Abhilfe.
Raphael Bühlmann
Ein europäischer Anbieter will das Business-to-Business-Geschäft aufmischen. (Symbolbild)

Ein europäischer Anbieter will das Business-to-Business-Geschäft aufmischen. (Symbolbild)

Im Bereich Konsumgüter ist es bereits seit Jahren ganz normal. Wer sich beispielsweise überlegt, ein neues Auto anzuschaffen, geht dafür als Erstes online und vergleicht auf den einschlägigen Plattformen die Angebote. Auch wenn der eigentliche Kauf dann allenfalls doch bei einem Garagisten erfolgt, nutzen doch viele die Möglichkeiten des Internets, um einen ersten Überblick über den Markt zu gewinnen.

Was bei Autos sowie den allermeisten Konsumgütern mittlerweile als Selbstverständlichkeit gilt, ist beim Handel zwischen Unternehmen noch im Aufbau. Beton oder Armierungseisen suchen Bauunternehmer doch eher selten im Netz. Zwar mischen auch beim Business-to-Business-Geschäft (B2B) die ganz Grossen wie der US-Gigant Amazon oder das chinesische Pendant Alibaba mit, doch fällt ihnen die Rolle als Vermittler in der Geschäftswelt sichtlich schwerer als bei den Konsumgütern.

Gewerbeverband begrüsst Gegengewicht

Nichtsdestotrotz will nun ein europäischer Anbieter diesen Markt aufmischen. Die vor allem im deutschsprachigen Raum bekannte Unternehmensplattform «Wer liefert was» (WLW) schliesst sich mit Europages, einem im übrigen Europa präsenteren Geschäftsvermittler, zusammen. Mit der gemeinsamen Firma namens Visable würden die beiden Plattformen vorerst separat weiterbetrieben. Neu könnten aber Produkte inklusive Spezifikationen zur Präsentationen eingestellt werden. Die Bestellung läuft dann nach wie vor über die jeweiligen Unternehmen. Doch: «Bis man auf der Plattform direkt bestellen kann, ist es nur noch eine Frage der Zeit», wie es bei WLW heisst.

Unabhängigkeit von den Tech-Giganten aus Fernost oder Übersee zu erlangen, scheint von den Innerschweizer KMU begrüsst zu werden. Zumindest der KMU- und Gewerbeverband Kanton Luzern (KGL) zeigt sich diesbezüglich erfreut: «Grundsätzlich begrüssen wir alle Aktivitäten Europas, um im webbasierten Handel ein Gegengewicht zu China und den USA zu schaffen. Es ist wichtig, dass Europa hier nicht in eine Abhängigkeit von diesen beiden Mächten kommt», schreibt KGL-Direktor Gaudenz Zemp auf Anfrage. Europa sei der grösste Absatzmarkt der Schweizer Unternehmen, und exportorientierte Unternehmen seien international sehr konkurrenzfähig. Sie könnten von einer breit genutzten europäischen Onlineplattform profitieren. «Gleichzeitig erhöht diese den Preisdruck auf Unternehmen, welche sich auf den Binnenmarkt konzentrieren. Sie erleichtert die Verfügbarkeit von vergleichbaren Produkten aus Niedriglohnländern, insbesondere aus Osteuropa», so Zemp.

Elf Mitarbeiter in Baar

Visable strebt ein ambitioniertes Wachstum im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr an. «Wir wollen das bessere Alibaba Europas werden», erklärt Peter F. Schmid, CEO von Visable. 2018 haben WLW und Europages zusammen 50 Millionen Euro erwirtschaftet. Mit Visable sind dieses Jahr 60 Millionen Euro angestrebt. Das mittelfristige Ziel sind 100 Millionen. Zusammen mit Europages sei man nun in 29 europäischen Ländern präsent. Laut WLW hätten damit auch Schweizer Firmen die Möglichkeit, mit nur einem Ansprechpartner international präsent zu sein. Gerade hier ortet Schmid ein enormes Marktpotenzial und ist überzeugt, dass Schweizer KMU im Rahmen der Digitalisierung beim Vertrieb oder im Marketing noch Luft nach oben haben. «Der globale Online-B2B-Markt wird laut einer Studie im Jahr 2020 doppelt so gross sein wie der Online-Business-to-Consumer-Markt», sagt Schmid.

Entsprechend investiert Visable nach eigenen Angaben jährlich Millionenbeträge in den Auf- und Ausbau des Geschäfts. Jüngst übernahm man die Berliner Plattform für Gebrauchtwaren «Gebraucht.de». Damit beschäftigt die WLW-Gruppe mittlerweile 370 Mitarbeitende – davon 11 in Baar.

Ob sich die Vermittlung von Geschäftsbeziehungen stärker auf den Onlinekanal verlagern lässt, wird sich weisen. Fakt ist, dass die technologischen Möglichkeiten dazu eigentlich schon seit Jahren zur Verfügung stünden. In einer Masterarbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz kommen die Autoren zum Schluss, dass im Vergleich zu B2C die hohe Komplexität von B2B-Produkten und -Services oder schlicht fehlende IT-Lösungen für die Verknüpfung eines Warenbewirtschaftungssystems mit einem benutzerfreundlichen E-Shop zu den zentralen Herausforderungen zählten.

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