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Neue Millionen für Blockchain-Start-ups

Die neue Firma Crypto Valley Venture Capital will in den kommenden Jahren bis zu 100 Millionen US-Dollar in Blockchain-Firmen investieren. Dafür müssen diese nach Zug kommen. Geplant sind auch sechs neue internationale Standorte.
Livio Brandenberg
Mitgründer und CEO der neuen Blockchain-Investmentfirma: Mathias Ruch. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 20. September 2018))

Mitgründer und CEO der neuen Blockchain-Investmentfirma: Mathias Ruch. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 20. September 2018))

Die Zeit sei reif. So fasste Mathias Ruch die Gründung von CV VC am Donnerstag in Zug zusammen. CV VC steht für Crypto Valley Venture Capital. Und wie der Name bereits sagt, handelt es sich dabei um eine neue Risikokapital­gesellschaft, allerdings eine, die ausschliesslich in Blockchain-­Firmen investiert. Ruch, der auch die Rolle des CEO einnimmt, präsentierte das neue Unternehmen zusammen mit seinen Gründerkollegen Ralf Glabischnig und Marco Bumbacher sowie Co-Gründer Olaf Hannemann.

Ursprung der neuen Aktiengesellschaft ist das Blockchain-Beratungsunternehmen Lakeside Partners, ebenfalls von Ruch, Bumbacher und Glabischnig ­gegründet. Lakeside Partners hat laut eigenen Angaben in den letzten eineinhalb Jahren über 1000 Start-ups, die an Blockchain-Lösungen arbeiten, geprüft und teilweise auch unterstützt. «Zu Beginn war der Reifegrad der Start-ups tief», so Ruch. «Darum haben wir zuerst ins Ökosystem in Zug investiert.» Konkret: Man hat Events wie die Blockchain Competition und den Blockchain Summit ins Leben gerufen. Oder das Grossraumbüro (Coworking Space) Crypto Valley Labs in der Stadt Zug eröffnet.

125'000 Dollar und Betten für Start-ups

Doch die Projekte der Start-ups seien inzwischen – wie erhofft – konkreter und besser geworden. Die Jungfirmen seien weiter, hätten aus den Versäumnissen der ersten und zweiten Generation von Blockchain-Start-ups gelernt und: Sie seien vor allem auch besser finanziert, erklärt Ruch. Dazu komme, dass «nach einer ersten Phase mit Pionieren jetzt auch traditionelle Investoren und grosse Player aus der traditionellen Wirtschaft, der Old Economy, das Crypto Valley entdecken». Analysten würden von einem ­Erwachsenwerden der Branche sprechen – «mit seriösen Unternehmen und seriösem Geld».

Diese Aussage wird belegt durch die Gruppe von Investoren, welche CV VC als Co-Gründer unterstützen: Daniel Grossen (Scout 24, Grossen Invest AG), Christian Jaag (Swiss Economics, Center for Crypto Economics), Alex Wassmer (Kibag, Club zum Rennweg) und Lorenz Furrer (Furrerhugi, Swiss Blockchain Taskforce).

Ein Novum und darum speziell sei die neue Beteiligungsgesellschaft aber vor allem, weil man mit massgeschneiderten Unterstützungsprogrammen Krypto- und Blockchain-Start-ups begleite. So erhalten Jungfirmen, die von CV VC ausgewählt werden, 125'000 US-Dollar und werden während dreier Monate in Zug von Experten – auch aus dem Ausland – gecoacht. Arbeitsplätze und sogar Übernachtungsmöglichkeiten in den Crypto Valley Labs (CV Labs) beim Zuger Bahnhof gehören ebenfalls zum Paket. Dies, damit die – wohl zahlreichen ausländischen – Jungunternehmer nicht einen Grossteil des von CV VC erhaltenen Geldes gleich wieder für teure Zuger Mieten verbrauchen müssen. Im Gegenzug für die 125'000 Dollar erhält CV VC 8 Prozent der Aktien oder Tokens des Start-ups.

Die Alibabas der Blockchain nach Zug locken

In den Genuss des sogenannten Inkubationsprogramms kommen pro Durchlauf 20 Start-ups. «Dies können ganz junge Firmen sein, quasi erst Ideen», erklärt Ruch. Pro Jahr wird es drei Durchläufe geben; das Ziel ist also, jährlich 60 Firmen zu begleiten. Das erste Programm startet in diesem Winter. Start-ups können sich ab sofort via Website von CV VC bewerben. Momentan melden sich laut Ralf Glabischnig täglich zehn Start-ups. Die Auswahlkriterien sind streng: Etwa einen Viertel schaue man genauer an; drei bis vier von hundert werden am Ende ausgewählt. Es ist das erklärte Ziel der CV-VC-Gründer, in fünf Jahren «die Alibabas der Blockchain-Firmen in Zug zu ­haben». Der chinesische Milliardenkonzern startete Ende der 90er-Jahre als IT-Start-up.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, verfolgen Ruch und seine Partner eine Expansionsstrategie: Sechs bis zehn Hubs sollen auf der ganzen Welt entstehen, mit Fokus auf die Regionen Europa, Asien und USA. Die genauen CV-VC-Standorte im Ausland wollten die Verantwortlichen nicht bekannt geben. Mit dabei seien die «üblichen Verdächtigen», möglicherweise also die Vereinigten Arabischen Emirate oder auch ein Standort in ­Kanada, welches als kryptofreundlicher gilt als die USA.

Bewegung in der Bankenbranche

Offen sagen die Gründer aber, wie viel Geld in den nächsten fünf Jahren investiert werden soll: 50 bis 100 Millionen Dollar. Man habe die erste Finanzierungsrunde abgeschlossen und befinde sich nun in der zweiten. «Wir sind auf gutem Weg», so Ruch. Rund 60 Prozent des Geldes soll in die Unterstützungsprogramme fliessen. Den Rest plant CV VC in ­bereits fortgeschrittene Start-ups zu investieren, sei es über den Kauf von Tokens oder über klassische Investments.

Nicht fehlen darf an einem Kryptoanlass das Thema Initial Coin Offering. Bisher haben sich Schweizer Banken geweigert, Firmen als Kunden aufzunehmen, die mittels solcher Finanzierungsrunden mit Kryptogeldern Kapital aufgenommen haben. Grund sind Bedenken bezüglich Geldwäscherei. Wie am Donnerstag zu hören war, kommt nun Bewegung in diese Sache: So sollen mehrere Banken, darunter die Zuger Kantonalbank wie auch eine Tessiner und eine Westschweizer Bank, daran sein, einen Prozess zu erarbeiten, der es erlaubt, solche Firmen aufzunehmen.

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