Neue Hürden durch Swissness

Die Diskussionen um das Swissness-Label sind nicht verstummt. Auch Biotta macht die Swissness zu schaffen. «Sobald wir Mischgetränke produzieren, haben wir ein Problem», sagt Clemens Rüttimann. Als Beispiel nennt er den Vita-7-Saft.

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Die Diskussionen um das Swissness-Label sind nicht verstummt. Auch Biotta macht die Swissness zu schaffen. «Sobald wir Mischgetränke produzieren, haben wir ein Problem», sagt Clemens Rüttimann. Als Beispiel nennt er den Vita-7-Saft. Er enthält: Orangensaft, Karottensaft, Bananenpüree, Apfelsaft, Ananassaft, Molke, Sanddornsaft, Randensaft und Zitronensaftkonzentrat – alles bio.

Die Produktion erfolge unter höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards in der Schweiz. «Aber in der Schweiz wachsen nun mal keine Orangen.» Da müsse man noch einmal über die Bücher. Denn der Aufwand in der Produktion und die Qualitätskontrolle fänden schliesslich in der Schweiz statt; genau gleich wie bei einem Produkt, das nur mit einheimischen Zutaten hergestellt wird.

Und ausserdem gebe es teils gar nicht genug Früchte oder Beeren aus Inlandsproduktion. «Der Versorgungsgrad von Preiselbeeren reicht nicht aus. Wir importieren sie aus den Karpaten.» Zu sehr sei man bei der Swissness von Primärprodukten geleitet worden. Man müsse aber die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen. Das sollten auch die Bauern bedenken. Er fordert eine erneute Überarbeitung oder gewisse Anpassungen. Selbst die Grünen-Nationalrätin Maya Graf habe sich in diese Richtung geäussert. «Wir wollen die Produktion hier im Thurgau und die Arbeitsplätze erhalten», sagt Rüttimann.

Biotta sei beim Export und auch in der Schweiz auf das Schweizerkreuz als Qualitätssymbol angewiesen. «Nur so lässt sich eine höhere Kostenstruktur rechtfertigen.» Und Rüttimann ergänzt, dass durch die jüngste Währungskrise die Situation noch verschärft worden sei. «Der Wettbewerbsdruck ist stark gestiegen», sagt er. (bor)