Neue AFG nimmt Konturen an

Die AFG Arbonia-Forster veräussert nun auch das Geschäft mit Präzisionsstahlrohren. Die Käuferin Mubea will den Standort Arbon aufwerten. Die sich wandelnde Bauausrüsterin AFG feilt derweil eifrig an ihrer eigenen Expansion.

Thorsten Fischer
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ARBON. AFG-Chef Daniel Frutig kann ein weiteres Projekt abhaken – den Verkauf der Einheit Forster Präzisionsstahlrohre, die viele Jahre zur Gruppe gehörte. Der deutsche Automobilzulieferer Mubea hat sich die Sparte gesichert und übernimmt auch die 189 Mitarbeitenden. Über den erfolgreich abgeschlossenen Verkauf zeigt sich Frutig besonders erfreut. «Denn die Ausgangslage war komplex», sagt der AFG-Chef auf Anfrage. Zunächst musste die Geschäftseinheit Präzisionsstahlrohre operativ von der Einheit Profilsysteme entflochten werden. Die Profilsysteme verbleiben nämlich als eines der Kerngeschäfte bei der AFG.

«Die beste Lösung»

Die vollständige operative Trennung der Einheiten erfolgte im Frühjahr 2012, schliesslich kam es zu Verkaufsverhandlungen fürs Stahlrohrgeschäft mit mehreren Interessenten.

Frutig achtet bei einem Verkauf jeweils auf vier Kriterien, die erfüllt sein sollten: ein Preis, der dem Unternehmenswert entspricht, soziale Verantwortung, damit die Mitarbeitenden eine Weiterbeschäftigung und damit eine Perspektive haben, ein überzeugendes industrielles Konzept des neuen Eigentümers und eine möglichst zeitnahe Abwicklung der Transaktion. Bei allen Kriterien konnte Mubea punkten. «Wir haben die beste Lösung gefunden», sagt Frutig.

Mit Mubea übernimmt erneut eine bisherige AFG-Kundin einen Teil der Geschäfte in Arbon und produziert vor Ort weiter. Auch V-Zug, die im Februar das Kühltechnikgeschäft erwarb, beliess die Herstellung am angestammten Platz in der Ostschweiz.

Für die AFG ist der Verkauf ein wichtiger Schritt in der Fokussierung auf das Kerngeschäft als Bauausrüsterin, das sich um Anwendungen «für Hülle und Raum» dreht.

Was noch ansteht

Nun steht als letzter Punkt der Fokussierung noch die Veräusserung der Oberflächentechnologie rund um die Steinacher STI an. Für diesen Prozess gibt sich Frutig aber mindestens noch 12 bis 18 Monate Zeit. Zunächst gehe es darum, die Division profitabel zu machen, sagt er.

Gleichzeitig richtet sich der Blick wieder stärker auf den Ausbau des bei der AFG verbleibenden Kerngeschäfts. Interessante neue Perspektiven ergeben sich laut Frutig im Ausbau des Fenstergeschäfts, zum Beispiel bei Ego Kiefer, sowie etwa beim jüngst zugekauften polnischen Fensterhersteller Dobroplast oder dem spezialisierten Türenhersteller RWD Schlatter und der Vermarktung eines kürzlich lancierten Wärmepumpensystems. Auch Mubea, die neue Arbeitgeberin vor Ort, hat Grosses vor. Sie will Arbon als ihr internationales Zentrum für Präzisionsstahlrohre ausbauen.