Nestlé nascht in China

Mit einer weiteren Akquisition kann Nestlé den Umsatz in China um die Hälfte steigern. Damit wird der Wachstumsmarkt zum fünftgrössten Absatzmarkt.

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Vevey. Im April hatte der grösste Nahrungsmittelkonzern der Welt die Übernahme von 60% am Erdnussmilch- und Reisbrei-Hersteller Yinlu angekündigt, der 750 Mio. Fr. umsetzt. Nun folgt der nächste Streich: Für 1,4 Mrd. Fr. will Nestlé ebenfalls 60% des Süsswaren-Herstellers Hsu Fu Chi erwerben, der an der Börse in Singapur kotiert ist.

Hsu Fu Chi produziert mit 16 000 Angestellten in vier Fabriken Bonbons, Guezli, Snacks und das traditionelle chinesische Gebäck Sachima. Die Firma mit Sitz in der südlichen Provinz Guangdong setzt 670 Mio. Fr. (2010) um und zeigt gut 17% Betriebsmarge.

Helvea-Analyst Andreas von Arx lobt die Zukäufe als «exzellent». Die Süsswaren von Hsu Fu Chi passten perfekt zu Nestlés Schokoladeprodukten.

Aufholen auf die Konkurrenz

Nestlé ist seit über 20 Jahren in China präsent und hat dort momentan 23 Fabriken, zwei Forschungszentren und 14 000 Angestellte. 2010 erarbeitete Nestlé in China 2,8 Mrd. Fr. Umsatz. Das waren bescheidene 2,5% des Konzernumsatzes. Mit Yinlu und Hsu Fu Chi kann Nestlé die Verkäufe auf einen Schlag um die Hälfte erhöhen, was China zum fünftgrössten Absatzmarkt des Konzerns macht. Und Nestlé kann Boden gutmachen auf Konkurrenten wie Danone und Unilever, die in China stärker präsent sind.

Wachstumspotenzial in China

Wie von Arx schreibt, sind «aufstrebende Länder der Wachstumstreiber von schnell drehenden Konsumgütern» (Waren, die im Verkaufsregal schnell rotieren). Bei beiden chinesischen Firmen bleibt die lokale Führung im Amt. An Hsu Fu Chi wird die Gründerfamilie Hsu ihre bisherige Mehrheit von 56,5% auf 40% reduzieren. 25,5% hat sich Nestlé bereits von den zwei grössten unabhängigen Aktionären gesichert. (T.G.)