Nestlé befriedigt Investoren

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NahrungsmittelMark Schneider, Konzernchef von Nestlé, hat erstmals ein Margenziel gesetzt und damit Investorenwünschen entsprochen. Das organische Wachstum will er mit gesunden Produkten ankurbeln. Diese sollen aber nicht therapeutisch sein. Schneider hat seit seinem Amtsantritt dieses Jahr damit gut auf die Wünsche der Investoren gehört – allen voran Dan Loeb vom Hedge Fund Third Point.

Am gestrigen Investorentag in London erfüllte Schneider die meisten der Forderungen. Wichtigste Änderung ist ein ambitiöses Margenziel. Lag die operative Gewinnmarge (Ebit) 2016 noch bei 15,3 Prozent, will Schneider bis 2020 Margen zwischen 17,5 und 18,5 Prozent erzielen. Eine Restrukturierung sei nicht nötig, so Schneider, aber eine Portfoliobereinigung. Verkaufen will er wenig profitable Bereiche wie das US-Süsswarengeschäft. Hierzulande hat das Fitnessprogramm bereits Opfer gefordert.

Stellenabbau in der Ostschweiz

So wurde am Montag bekannt, dass das Nestlé- und R&R-Gemeinschaftsunternehmen Froneri in seinen Fabriken in Goldach und Rorschach rund 55 Arbeitsplätze abbauen will (vgl. Ausgabe von gestern). Ende August hatte die Nestlé-Tochter Skin Health die Schliessung der Produktion in Egerkingen SO mit 190 Angestellten bekanntgegeben. Investitionen in profitable Wachstumsgeschäfte dagegen wurden kürzlich mit der US-Café-Boutique Blue Bottle Coffee, der vegetarischen Sweet Earth und der E-Commerce-Firma Freshly bereits getätigt. Weitere stehen an. «Bei der Portfoliobereinigung geht es uns nicht nur darum, die Ecken zu polieren», so Schneider. Das Volumen der Portfolioanpassungen soll bis 10 Prozent des Gesamtumsatzes betragen. (sda)