Nationalbank mahnt Raiffeisen

Vor allem wegen der Raiffeisen-Gruppe sind im vergangenen Jahr die Zinsrisiken im Schweizer Hypothekarmarkt nochmals leicht gestiegen.

Drucken
Teilen

ZÜRICH. Jüngst hat die Europäische Zentralbank ihre tiefen Zinsen noch weiter gesenkt, die Konjunkturaussichten in Europa und den USA sind etwas lauer als auch schon. Hinzu kommen die Brandherde Ukraine und Mittelost. Vor diesem Hintergrund hält die Schweizerische Nationalbank (SNB) an ihrer Tiefzinspolitik fest. Der Leitzins bleibt zwischen 0% und 0,25%, und der Mindestkurs von 1.20 Fr. pro Euro bleibt ebenso in Kraft. Immerhin ist Inflation kaum ein Thema; für 2014 bis 2016 rechnet die SNB mit Teuerungsraten von 0,1%, 0,3% und 0,9%. Für die Schweizer Wirtschaft wird 2014 ein Wachstum von 2% erwartet.

Die SNB attestiert den Grossbanken Credit Suisse (CS) und UBS, sie hätten ihre Kapitalausstattung und damit ihre Widerstandskraft weiter verbessert. Allerdings müssten sie ihre Eigenmittel noch weiter aufstocken, da ihr Verlustpotenzial gemessen an ihrer Kapitalisierung «weiterhin substanziell» sei. Zudem ermutigt die SNB die CS und die UBS, die Transparenz betreffend ihrer Risiken weiter zu erhöhen, damit auch die – bankintern berechneten – risikogewichteten Aktiven glaubwürdiger werden.

Mit Blick auf den Hypothekar- und Immobilienmarkt stellt die SNB in ihrem jüngsten Bericht zur Finanzstabilität fest, dass die Risikobereitschaft der Schweizer Banken bei der Hypothekenvergabe 2013 insgesamt hoch blieb. Zwar habe der Anteil der neu vergebenen Hypotheken mit hohem Belehnungsgrad abgenommen, doch sei punkto Tragbarkeit kein Trend zu tieferen Risiken erkennbar. Zudem seien die Zinsrisiken der Banken leicht gestiegen – vor allem wegen Raiffeisen. Die Gruppe mit 20% aller Vermögenswerte der binnenorientierten Banken habe ihr Zinsrisiko «von einem bereits hohen Niveau» innert Jahresfrist «substanziell» erhöht. Seit längerem mahnt die SNB zu vorsichtiger Hypothekenvergabe und hat als Druckmittel Anfang 2013 den antizyklischen Kapitalpuffer aktiviert, der Ende Monat auf 2% zusätzliche Eigenmittel verdoppelt wird. Ferner wurden Mitte 2012 die Vergaberichtlinien der Banken verschärft. Raiffeisen betont stets, die Lage im Griff zu haben. Mittlerweile seien die Risiken wieder reduziert. (T. G.)

Aktuelle Nachrichten