Nachts arbeiten die Roboter

Unmengen von Schrauben und Einzelteilen, insgesamt 6,5 Milliarden, stellt die SFS jährlich her. Produziert werden sie in Heerbrugg – rund um die Uhr.

Nina Rudnicki
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Ernst Schönauer, Produktionsleiter der SFS-Fabrik. (Bild: Urs Jaudas)

Ernst Schönauer, Produktionsleiter der SFS-Fabrik. (Bild: Urs Jaudas)

Heerbrugg. Der Lärm der Maschinen ist bis nach draussen zu hören, es riecht nach Öl. Ernst Schönauer, der Produktionsleiter der SFS, stösst die Türen zu den Fabrikhallen auf. Dahinter erstrecken sich die 70 000 Quadratmeter Produktionsfläche. In insgesamt elf Hallen werden hier unzählige Schrauben hergestellt, in den verschiedensten Formen und mit unterschiedlichsten Funktionen.

In die ganze Welt exportieren

Schönauer führt zur ersten Station: eine Maschine, die aus bis zu 29 Millimeter dickem Draht Rohlinge herstellt. Fünf verschiedene Stufen sind es, die das Drahtstück durchläuft, bis die fertigen Schrauben am Ende auf einem Fliessband aus der Maschine laufen und in die dafür vorgesehenen Behälter rollen. «Die verschiedenen Teile werden dann in Autoteilen montiert, im Bau für die Fassadenbefestigung benötigt oder als Miniaturschrauben für Mobiltelefone verwendet», sagt Schönauer. Der Kundenkreis der SFS ist breit gefächert: Die Schrauben finden ihren Weg unter anderem in die Luftfahrt- die Elektro- und Elektronikindustrie. «98 Prozent der Teile gehen direkt in den Export, nach Deutschland, Frankreich, China oder auch Amerika», sagt Schönauer.

Mit voller Presskraft

Bevor die Teile aber verpackt und auf Lastwagen verladen werden, wird in den Produktionshallen im Sekundentakt gefräst, gepresst und geschliffen. 20 000 Tonnen Rohmaterial werden jährlich verarbeitet, das ergibt pro Jahr 6,5 Milliarden Teile. «Eine Technik für die Herstellung der Schrauben ist das Kaltfliesspressen. Dabei werden Teile aus Aluminium und Buntmetallen mit enormen Presskräften umgeformt», sagt Schönauer.

Gabelstapler ohne Fahrer

1000 Mitarbeiter arbeiten in der Produktion, aufgeteilt in zwei Schichten. «Es gibt aber noch eine dritte Schicht, das ist die Geisterschicht», sagt Schönauer. «Denn in der Nacht arbeiten die Maschinen alleine.» Aber auch tagsüber läuft vieles automatisch, wie die Gabelstapler, die wie von Geisterhand gesteuert durch die Hallen fahren und Kisten voller Schrauben zur nächsten Station transportieren. Gesteuert werden sie durch drei Laserpunkte, den Auftrag bekommen sie hingegen direkt von den Maschinen. Es verwundert hier niemanden mehr, wenn ein fahrerloser Gabelstapler vorbeifährt – denn es gehört längst zum Alltag, dass Roboter den Menschen die einfachen Arbeiten abnehmen.