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Einst wurde sie von der Konkurrenz verspöttelt, nun hat Leyla Ibrahimi-Salahi die Germania Flug AG übernommen

Leyla Ibrahimi-Salahi, Chefin der Air Prishtina, hat sich den Schweizer Ableger der insolventen Germania geschnappt. Den Geschäftssinn hat sie von ihrem Vater.
Roman Schenkel
Leyla Ibrahimi-Salahi, Chefin der Air Prishtina, hat den Schweizer Ableger der Germania übernommen. Bild: Michele Limina (Zürich, 20. September 2018)

Leyla Ibrahimi-Salahi, Chefin der Air Prishtina, hat den Schweizer Ableger der Germania übernommen. Bild: Michele Limina (Zürich, 20. September 2018)

Über Nacht wurde Leyla Ibrahimi-Salahi Chefin einer kleinen Fluggesellschaft. 2005, nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters, übernahm die damals 25-Jährige das Familienunternehmen Air Prishtina. Die Konkurrenz spöttelte. Sie gaben der jungen Frau mit dem KV-Abschluss in Treuhand wenig Kredit. Doch sie sollten sich täuschen. Und zwar gewaltig. Leyla Ibrahimi-Salahi hat den Geschäftssinn ihres Vaters. Es gelang ihr nicht nur, sich um ihren damals erst 13-jährigen Bruder zu kümmern und die Familie nach dem Tod des Vaters zusammenhalten, nein, es gelang ihr auch, die Air Prishtina zu einem europaweit führenden Anbieter von Flug­reisen nach Kosovo und nach Mazedonien auszubauen. Es sei keine einfache Zeit gewesen, sagte Ibrahimi-Salahi im letzten Herbst gegenüber der «Sonntags-Zeitung».

Am vergangenen Freitag folgte der nächste Coup: Leyla Ibrahimi-Salahi übernahm sämtliche Anteile der Germania Flug AG. Der Schweizer Ableger der insolventen deutschen Fluggesellschaft gehörte zuvor zu 60 Prozent unbekannten Schweizer Investoren sowie zu 40 Prozent der deutschen Germania. Die Lösung war naheliegend, haben die beiden Airlines doch bereits seit einigen Jahren zusammengear­beitet.

Damit kommt die Air Prishtina erstmals in den Besitz eigener Flugzeuge. Die Germania AG bedient mit drei eigenen Fliegern ab Zürich rund 20 Destinationen und beschäftigt 124 Mitarbeitende. Die Fluggesellschaft von Ibrahimi-Salahi hingegen chartert Maschinen bei namhaften Airlines. So kann sie Flüge für 59 Franken ab Zürich, Basel, Genf, fünf deutschen Städten sowie Verona, Kopenhagen und Paris nach Pristina, Skopje oder neu nach Ohrid anbieten. Die kleine Fluggesellschaft bewegt sich in einem umkämpften Markt. Easy-Jet, Ryan-Air oder Eurowings – Flüge innerhalb Europa können nicht billig genug sein. Air Prishtina konzentriert sich allerdings auf ein spezielles Segment. Aufgrund der Konzentration auf die Destinationen im Kosovo und in Mazedonien spricht man in der Branche von ethnischem Reiseverkehr. Dort schlägt sich Air Prishtina ganz wacker. Im Jahr 2017 verzeichnete sie rund eine halbe Million Kunden und erzielte einen Umsatz von 60 Millionen Franken. Der Hauptsitz von Air Prishtina ist an der Löwenstrasse in Zürich. 7 Mitarbeitende sind dort beschäftigt, 50 weitere kommen im Kosovo hinzu.

Den Grundstein für die Fluggesellschaft hatte Leyla Ibrahimis Vater gelegt. Er kam Ende der 70er-Jahre als Gastarbeiter in die Schweiz. Kurz arbeitete Bexhet Salahi als Fabrikarbeiter bei Escher-Wyss. Dann machte er sich selbstständig und organisierte für seine Landsleute Reisen in die Heimat. Zu Beginn über den Landweg. Und dann, 1981, fädelte er den bis dahin ersten zivilen Flug auf den Militärflugplatz von Pristina ein und läutete damit eine neue Ära des Passagier­flugverkehrs im Kosovo ein. Das Reisebüro Prishtina – erst 2005 erhielt die Air Prishtina den heutigen Namen – war geboren.

Ferien an den Destinationen ihres Unternehmens macht Ibrahimi-Salahi selten. Das Band zur Heimat ihrer Eltern sei durch den frühen Tod von Mutter und Vater getrennt worden. Auch wenn ihr die albanische Kultur nach wie vor nahe sei, so sei für sie die Schweiz Heimat. «Hier bin ich aufgewachsen, hier fühle ich mich wohl und vor allem: Hier lebt meine Familie», sagte Leyla Ibrahimi-Salahi, die mit einem Rechtsanwalt verheiratet ist und zwei Söhne hat, der «Sonntags-Zeitung».

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