NACHGEFRAGT

Mowag: Stimmung ist angespannt Die Gewerkschaft Syna vertritt die Belegschaft der Mowag. In Kreuzlingen sollen 270 Stellen gestrichen werden. Josef Lustenberger von der Syna sagt, dass auch Kurzarbeit geprüft werde.

Drucken
Teilen
Josef Lustenberger Branchenleiter Maschinenindustrie Syna (Bild: Quelle)

Josef Lustenberger Branchenleiter Maschinenindustrie Syna (Bild: Quelle)

Mowag: Stimmung ist angespannt

Die Gewerkschaft Syna vertritt die Belegschaft der Mowag. In Kreuzlingen sollen 270 Stellen gestrichen werden. Josef Lustenberger von der Syna sagt, dass auch Kurzarbeit geprüft werde.

Herr Lustenberger, die Syna vertritt allein die Belegschaft im Konsultationsverfahren der GDELS-Mowag. Ein Vorteil oder Nachteil?

Sowohl als auch. Der Vorteil ist sicher, dass effizienter gearbeitet werden kann, da weniger Personen am Tisch sind. Dadurch findet man schneller zu einem gemeinsamen Nenner. Da die Kommission und die Belegschaft uns das Vertrauen ausgesprochen hat, stimmt natürlich auch die Chemie der Zusammenarbeit.

Und der Nachteil?

Nachteil ist sicher, dass die unterschiedlichen Ideen der andern Verbände fehlen oder auf Umwegen zu uns gelangen, und man steht im Schaufenster der andern Verbände, die das Resultat dementsprechend kommentieren können und werden. Wir werden jedoch die nicht involvierten Verbände laufend informieren.

Wie ist die Stimmung in der Mowag-Belegschaft?

Da noch kein Mitarbeiter weiss, ob er betroffen ist oder nicht, besteht natürlich eine gewisse Angespanntheit. Das wirkliche Stimmungsbild werden wir sicher an der Betriebsversammlung verspüren.

Ist Kurzarbeit in diesem Fall ein gangbarer Weg, um den Stellenabbau im geplanten Mass zu verhindern?

Wir sind absolut der Meinung, dass es auf jeden Fall geprüft werden muss. Da in solchen Phasen die Fluktuation steigt, könnte durch Kurzarbeit erreicht werden, dass durch einen Einstellungsstopp die freiwerdenden Stellen intern besetzt werden könnten und es weniger Entlassungen geben würde.

Wie ist der derzeitige Stand des Konsultationsverfahrens?

So wie wir von der Arbeitnehmervertretung gehört haben, sind schon sehr viele Vorschläge eingegangen. Wir werden an der Betriebsversammlung nochmals einen Aufruf an die Arbeitnehmenden machen. Ziel ist es, dass am 4. Juli viele prüfbare Vorschläge an die Geschäftsleitung eingegeben werden können. Syna und die Arbeitnehmervertretung werden am 3. Juli gemeinsam die Vorschläge sichten und auch eventuell entscheiden, ob es noch eine Fristverlängerung benötigt oder ob wir das Paket am 4. Juli schriftlich eingeben können.

Welche Signale sendet der Mutterkonzern General Dynamics, der ja einen satten Nettogewinn eingefahren hat?

Bis jetzt haben wir noch keine Signale direkt vom Mutterkonzern erhalten. Syna und die Arbeitnehmervertretung treffen sich am Montag, 2. Juli mit der Geschäftsleitung in Kreuzlingen. Da erhoffen wir uns, dass wir mehr erfahren. (bor)

Aktuelle Nachrichten