NACHGEFRAGT

«Ich brauche sie immer mehrmals» Die kostenlosen Wegwerf-Plastiksäcke, die an vielen Ladenkassen angeboten werden, sollen verboten werden. Die Petroplast Vinora AG mit Standorten in Andwil und Rapperswil-Jona produziert unter anderem solche Kassenbeutel.

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Beat Franceschini CEO, Petroplast Vinora AG (Bild: Quelle)

Beat Franceschini CEO, Petroplast Vinora AG (Bild: Quelle)

«Ich brauche sie immer mehrmals»

Die kostenlosen Wegwerf-Plastiksäcke, die an vielen Ladenkassen angeboten werden, sollen verboten werden. Die Petroplast Vinora AG mit Standorten in Andwil und Rapperswil-Jona produziert unter anderem solche Kassenbeutel. CEO Beat Franceschini sagt, was das Verbot für sein Unternehmen bedeutet.

Herr Franceschini, waren Sie überrascht, dass das Verbot der Kassenbeutel durchgekommen ist?

Ich habe nicht damit gerechnet, dass es durchkommt. Die Absicht ist gut, aber schlecht umgesetzt. Ökologie ist notwendig, aber hier wird auf einem Randthema herumgeritten.

Was heisst das Verbot für die Petroplast Vinora?

Die Kassenbeutel sind für uns nicht bedeutend. Sie sind ein Massenprodukt, es geht vor allem um den Preis. Wir wollen unseren Kunden aber die ganze Palette bieten, von der hochwertigen Verpackungsfolie bis zu diesen Säckchen. Aus wirtschaftlichen Gründen müsste ich mich also nicht aufregen. Was mich stört ist die undifferenzierte Betrachtung. Polyethylen ist ein Werkstoff, der an sich nicht schlecht ist. Man muss ihn sinnvoll einsetzen.

Das Verbot der Kassenbeutel scheint ja vor allem darauf abzuzielen, dass Taschen mehrfach verwendet werden.

Auch Kassenbeutel kann man mehrfach verwenden. Ich jedenfalls brauche sie immer mehrmals. Sie sind so klein, dass sie leicht in die Hosentasche passen. Und sie sind aus gutem Material. Das ist der Punkt: Ökologie hat mit dem Verhalten zu tun. Ob ein Verbot ohne passende Lösung hier viel bringt, bezweifle ich.

Die Petroplast Vinora verwendet viel rezyklierten Plastik und Produktionsabfälle. Sind die Kassenbeutel auch aus solchem Material?

Nein. Aus rezykliertem Plastik kann man keine so dünnen Säcke machen – deshalb wäre es auch nicht ökologischer, sie aus Recycling-Plastik herzustellen. Der Materialverbrauch wäre viel höher, sie würden beim Transport mehr Volumen benötigen.

Wofür wird das Recycling-Material verwendet?

Die Kehrichtsäcke enthalten bis zu 80 Prozent Produktionsabfälle und rezykliertes Plastik, die Tragtaschen bis zu 100 Prozent – was immer der Kunde will. Wir verarbeiten jährlich 5000 Tonnen Abfälle aus der eigenen Produktion. Zur Ökologie gehört aber auch, dass wir versuchen, die Dicke der Folien zu reduzieren. (ken)

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