Mutter der AFP Küchen in Nöten

Drucken
Teilen

Pleite Seit geraumer Zeit steckt der deutsche Küchenbauer Alno in roten Zahlen und muss restrukturiert werden. Der Umbau betrifft auch die Schweizer Tochtergesellschaft AFP Küchen, zu der die Piatti-Küchen in Dietlikon und die Forster Schweizer Stahlküchen in Arbon gehören.

Wie Alno gestern mitteilte, zeigt die jüngste, Anfang Jahr eingeleitete Restrukturierung zwar «erste Erfolge». So habe man den Betriebsverlust vor Restrukturierungskosten in den ersten fünf Monaten 2017 im Vorjahresvergleich von –10 Millionen auf –1,3 Millionen Euro verringert. Wegen hoher Schulden und der damit verbundenen Zinsbelastung sieht sich die Firmenleitung aber gezwungen, für die Alno AG und zwei deutsche Töchter einen Antrag auf Sanierungsverfahren in Ei­genverwaltung zu stellen. Dies, weil Verhandlungen mit potenziellen Investoren und Gläubigern ergebnislos verlaufen seien. Mit anderen Worten und kurzum: Alno ist zahlungsunfähig. Falls das Amtsgericht dem Antrag zustimmt, laufe der Geschäftsbetrieb vorerst unverändert weiter. Die Angestellten seien über das Insolvenzgeld abgesichert.

Der Antrag gilt nicht für alle anderen Töchter, also auch nicht für die AFP Küchen. Diese haben ihre vor vier Monaten angekündigte Restrukturierung weitgehend abgeschlossen, wie Marketingleiterin Nicole Thier sagt. Nun setze man alles daran, «die Ertragslage zu verbessern». Bei Piatti wurden wie angekündigt 60 Stellen abgebaut, grossmehrheitlich durch Entlassungen. Für Forster wird nach wie vor ein Käufer gesucht; man sei diesbezüglich in Verhandlungen, sagt Thier und zeigt sich «absolut zuversichtlich», einen neuen Eigentümer zu finden. Piatti hat hierzulande nach dem Abbau noch 175 bis 180 Mitarbeitende in Verwaltung, Service usw. Die Produktion der Piatti-Küchen wurde schon 2015 zu Alno nach Süddeutschland verlegt. Bei Forster laute die Zielgrösse des Personalbestandes «90 bis 100 Mitarbeitende», wobei «noch nicht alle Stellen besetzt» seien. (T. G.)