Mutiger Schritt in schwierigem Umfeld

Der Name Arbon wird weiterhin in Europas Wirtschaftswelt zu hören sein, künftig sogar deutlicher als zuvor. Der Thurgauer Gebäudeausrüster AFG Arbonia-Forster, meist als AFG bezeichnet, heisst neu nur noch Arbonia. Während der Firmenname kürzer wird, legt das Unternehmen markant an Grösse zu.

Merken
Drucken
Teilen
Thorsten Fischer (Bild: Thorsten Fischer)

Thorsten Fischer (Bild: Thorsten Fischer)

Der Name Arbon wird weiterhin in Europas Wirtschaftswelt zu hören sein, künftig sogar deutlicher als zuvor. Der Thurgauer Gebäudeausrüster AFG Arbonia-Forster, meist als AFG bezeichnet, heisst neu nur noch Arbonia. Während der Firmenname kürzer wird, legt das Unternehmen markant an Grösse zu. Die Übernahme der Looser-Gruppe bringt den AFG-Umsatz in eine Höhe, wo er vor ein paar Jahren schon einmal war – bis eine Restrukturierung die nächste ablöste und Stellenabbau auf Stellenabbau folgte.

Diese schmerzhafte Erinnerung an frühere Zeiten ist auch der Grund, weshalb nach dem Bekanntwerden des Übernahmeplans kein Jubelsturm ausbrach. Der Aktienkurs spiegelte gestern die Emotionen ziemlich treffend. Nach einem ersten Taucher ob der Überraschung fing er sich mit Blick auf die vorhandenen Chancen wieder auf. Und verständlicherweise beobachten die Gewerkschaften mit Argusaugen, ob nun eine neue Entlassungswelle bevorsteht. Wie die AFG-Spitze versichert, wird das nicht der Fall sein.

Tatsächlich ist die heutige Ausgangslage eine andere. Die Zukaufe in der Ära von Patron Edgar Oehler fanden statt vor der grossen Finanzkrise. Dass die Märkte einmal so hart tauchen würden, war damals weitherum nicht vorstellbar. Heute ist die Lage erneut angespannt, speziell wegen der Frankenstärke. Doch die Marktprobleme liegen diesmal nicht im verborgenen, sondern offen da. Die AFG wird den Zukauf daher besonders akribisch geprüft haben – im Wissen, damit endlich der wachsenden internationalen Konkurrenz trotzen zu können. Der Schritt ist mutig. Die Chance, dass er sich auszahlt, ist aber vorhanden.